Month: Januar 2015

Häcksler vs. Sicherungskasten

Vor ein Paar Tagen ist der lang erwartete Häcksler doch noch angekommen. Wer hätte damit noch gerechnet, hatte mein letztes Telefonat zwei Tage zuvor doch ergeben dass er wohl verschwunden sei und meine Bestellung zur Schadenabteilung gewandert sei.

Gestern wollte ich also das ganze Brombeerzeug häckseln, Häcksler zusammen gebaut, Kabel ausgerollt, Schlater gedrückt, geht nicht. Ich brauchte eine Weile bis klar war, dass im Haus der Strom auch nicht mehr ging. Die Sicherung war draußen. Ein paar weitere Versuche machten klar, dass der Häcksler zu viel Strom zieht und deshalb immer die Sicherung raus springt. Die Sicherung geht bis 500 Watt, der Häcksler zieht 2500 Watt. Hm.

Man könnte sicher eine andere Sicherung reindrehen, aber der Stromzähler/Sicherungskasten sieht aus, wie von Miss Marple und die Sorge ist berechtigt, dass vielleicht die Hauselektrik solchem Verbrauch gar nicht gewachsen ist. Und durchschmort. Also erst mal kein häckseln.

Gott sei Dank gibt es in einer KGA einen Verantwortlichen für Alles. Heute telefonierte ich mit dem Elektrobeauftragten, der Anschluss wurde 2009 mit Erdkabel auf modernen Standard gebracht, nur der Kasten ist alt, hält dem Strombedarf aber stand. Also werde ich eine neue Sicherung kaufen mit höherer Wattzahl und kann dann endlich häckseln:-).

Kürbis Ade!

Vor Weihnachten passierte Folgendes:

Mit dem Unzug meiner Güter aus dem Alten Garten bis Mitte Dezember hatte ich auch meinen Muskatkürbis geerntet und mit genommen, vorerst lagerte ich ihn im neuen Gartenhaus, weil es dort frostfrei war. Ich hatte die Samen im Vorjahr von einem Kürbis aufgehoben, den ich im Biomarkt gekauft hatte. Mühevoll hatte ich ihn mit Kunstlicht zuhause vorgezogen und dann im Garten gehegt und gepflegt, immer kritischer beäugend, weil er das gesamte Beet einahm und allem Anderen, wie Salat und Grünkohl mit seinen raumgreifenden, schattenwerfenden Blättern die Lebensgrundlage nahm. Aber ich wollte, dass er trägt und opferte die anderen Pflanzen.

Schließlich trug er nur einen einzigen Kürbis, der zwar riesig war, aber bei dem ich keine Reifung erkennen konnte. Er war nur grün. In meiner Erinnerung war er aber orange-braun. Mitte Dezember schnitt ich ihn ab, grün. Er wog 9.3 Kilo. Mühevoll schleppte ich ihn zum Gartenhaus und vom Gartenhaus zu uns nach hause. Da stand er nur eine Woche, als mir eine merkwürdige Pfütze auffiel. Ich dachte erst den Katzen wäre ein Malheur passiert, aber es roch nach Kürbis. Der Kürbis hatte angefangen sich von innen her zu zersetzten. Ich holte den Wischeimer, um ihn nach draußen zu tragen, aber als ich ihn am Stiel hochheben wollte, riss er auf, wie ein platzender Bratapfel! Aus ihm ergoss sich ein Schwall vom Tisch, der in Intensität und Länge an ein urinierendes Pferd erinnerte. Gott sei Dank hatte ich den Eimer schon da und konnte ihn schnell drunter schieben.

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Ich war so traurig, diese Ganze Arbeit, das ganze Warten auf den Tag, wo er endlich zubreitet werden möge. Alles dahin. Wie konnte das nur passieren?

Das Einzige was mir noch sinnvolles zu tun blieb, war ein paar Kerne raus zu fischen für nächstes Jahr.

Das habe ich mit den Johannesbeertomaten auch schon gemacht, weil man meine favorisierte Sorte so gar nicht verlässlich  zu kaufen bekommt. Ich dachte ja ich hätte sie für 2014 gekauft, aber das war Golden Current und nicht meine Sorte. Im Februar geht die Anzucht unter Kunstlicht schon wieder los.

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Rückschnitt der Hecke

Anfang Januar habe ich die Hecke zurück geschnitten. Die Heckenschere, die ich gebraucht für 5 Euro erworben habe ist aber der Sache nicht gewachsen gewesen. Die Scherblätter verkannten sich immer in den etwas dickeren Ästen. Sie ist quasi nur für die Spitzen im Formschnitt geeignet und nicht für die wirkliche Arbeit. Doof. Ich habe mir eine geliehen, die mit allem fertig wird.

Die Hecke zur Straße ist 15 Meter lang. Da steht alles mögliche drin: Schneeball hauptsächlich, aber auch Liguster, Mahonien, darüber wallt Hopfen und irgendwas anderes schlingpflanziges, von dem im Moment nur trockenes Gestrüpp erkennbar ist. Das größte Problem ist aber die Brombeere. Irgendwo her kam eine dornige Brombeere aufs Grundstück. Vielleicht wurde sie mit Absicht gepflanzt, vielleicht ist es Austrieb von unter der Veredelungsstelle von der mickernden dornenlosen Brombeere. Beides steht in Heckennähe. In unbändigem Wachstumsdrang hat die dornige Brombeere ewig lange Ruten ausgebildet, welche sich dann irgendwann auf die Erde senkten und da wieder Fuß fassten. Diese “neuen” Pflanzen haben dann ihrerseits wieder ihre Tentakel ausgestreckt und Absenker gebildet und so durchzieht auf mehrere Meter Brombeerengestrüpp die Hecke. Die Absenker am Rand der Hecke habe ich schon angefangen auszugraben, aber in der Hecke kommt man nicht ran. Das wird noch was werden.

So sah es also vorher aus:

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So und dann wurde “gesägt”. Nun sieht man sehr stark, dass die Hecke teilweise sehr löchrig ist. Das liegt daran, dass dann und wann mal eine Pflanze gestorben ist, die nicht ersetzt wurde und in der Nähe der Fliederbäume ist es im Sommer zu schattig und die gewählten Heckenpflanzen sind nicht für Schatten geeignet. Ich muss ein paar Unterplanzungen  machen, die besser mit Schatten zurechtkommen. Generell wurde die Hecke einfach zu wenig geschnitten, deswegen ist sie auch nicht dicht genug gewachsen. Auf dem Streetview-Bild ist sie sehr akurat, aber nach dem Zuwachs kann es gut sein, dass sie gut drei Jahre nicht geschnitten wurde.

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Jetzt habe ich eine Menge Schnittgut aber keinen Hecksler, denn der ist seit über einen Monat in der Post verschollen und versauert aus irgendwelchen Gründen im Postverteilerzentrum. Jetzt liegt das Zeug rum als Mahnmal.

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Gartenplanung

“Fraglos entbehrten viele unserer Gärten der tiefen innerlichen Schönheit, des seelischen Inhalts, trotz der wechselnden, oft prunkenden Blumenpflanzungen. Trotz kostbarer Bronzen, edler Hölzer und Majoliken. Trotz Marmorfontänen, peinlich genau geschorenen Rasenflächen und Teppichbeete, machten sie keinen Anspruch auf Kunst- auf wirkliche Kunst im tiefsten Sinne, die zum Herzen spricht aus all ihren lebendigen, zarten und köstlichen Feinheiten. Sie blieben ohne den seelischen Inhalt.
Es fehlte in Wahrheit das Leben in ihnen. Das Leben erst, welches die Arbeit wach ruft; das Beschäftigt-Sein  in mitten als des Wachsens, Keimens und Werdens, des Erntens und Sterbens. Es fehlte das Leben, welches erst die Freude auslöst- die Freude am Knospen und Sprießen, am Erglühen in Mittagsgluten, am Erstarren in Raureif und Schneelast. Es fehlte die Lust darin, die erst Gesundheit bringt an Leib und Seele.”

-Zitat Harry Maasz (1880- 1946)-

Nach dem Fällen der Bäume hat sich das Gesicht des Gartens verändert. Es ist eine große Fläche freigeworden, die bearbeitet und verplant werden muss und auch der Blick aufs Grundstück ist freier geworden und man kann mehr einsehen, was mir nicht so gefällt. Der Zustand forderte mich bei jedem Anblick auf, mir Gedanken zu machen, wie es denn werden soll. Dass ich einen Blickschutz wieder herstellen möchte, war von Anfang an klar, aber wie das genau geschaffen werden soll, war nicht ganz so klar und hängt von einigen Faktoren ab, die ich mehrfach überdenken musste.

Als Erstes machte ich mich daran die durch die Stubbenfräse aufgeworfene Erde gleichmäßig zu verteilen und Höhenunterschiede zu nivellieren. Ohne Harke und Schubkarre war das eine Sisyphusarbeit. Ich schaufelte den Boden mit der Grabegabel in ein Eimerchen, schüttete es am Zielort aus und verteilte es mit dem Laubrechen. Bis auf die Ecke um den Rhododendron, wo ein Moorbeet entstehen soll ist dieser Nivellierungsprozess jetzt abgeschlossen. Rasen ist bis an den Haselstrauch bereits gesät, aber es ist wohl zu kalt zum keimen.

Dann kamen die Feiertage und auch Tage mit Bodenfrost, so dass ich daheim viel darüber nachdenken konnte, wo was hinkommen soll, wie die Flächen genutzt werden sollen, welche Pflanzen optimal sind, welchen Platz sie beanspruchen, was miteinander harmoniert usw.  Dafür recherchierte ich in einigen Büchern und stolperte dabei über Gertrude Jekyll, die berühmt wurde als englische Gartenplanerin (Cottage-Garden-Stil). Während ich auf Youtube Filmchen über sie und Cottage-Gärten suchte, stolperte ich wiederum über folgenden Film über Gartengestaltung, dessen Autor und Regisseur mir in allem was es sagt aus der Seele spricht und mich überdies auch noch ungemein erheiterte durch seine ausgefeilte Wortwahl! Ich sah mir alsdann alles an, was Dieter Wieland produziert hat. Den Dokumentarfilm “Bauen und Bewahren-Der Garten” von 1981 möchte ich aber unbedingt teilen, absolut großartig formuliert, gerade zu philosophisch, wie mit dem modernen, pflegeleichten Ziergarten abgerechnet wird.

Der Cottage- oder auch deutsche Bauerngarten ist gestalterisch natürlich mein Favorit, auch wenn klar ist, dass ein solcher Garten eben in die Landschaft eingebettet sein muss und die Architektur und Umgebung vorgibt, was möglich ist. Da das Grundstück aber groß ist und das Haus schön alt, kann man dem schon nahekommen.

Für die Bereiche des Gartens die nur als Ziergarten und Obstgarten genutzt werden, samt bebauten Flächen habe ich angefangen einen Plan anzufertigen. Er zeigt auch den Rückbau der Ställe und was davon stehenbleibt und wie es weiter genutzt werden soll. Der WC Anbau darf stehen bleiben. Die Balkenkonstruktion der Ställe werde ich auch Stehenlassen. Vorne in Richtung der Sitzecke werden diese einen Laubengang bilden, der mit dem bereits dort wachsenden Wein und einem Blauregen berankelt wird. Die Balken der vorderen Außenwand werde ich wohl auch stehen lassen, wenn ich sie als Spalier für Brombeeren nutzen kann. Das hängt davon ab, ob ich den Betonweg davor weg bekomme, sonst kann nichts daran gepflanzt werden.

Eine Buchte im vorderen Stall möchte ich auch stehen lassen, sie muss dann neu bedacht werden und verkleidet, wenn das Asbestdach entfernt wurde. Ich würde die Buchte gerne als Geräteschuppen benutzen, wobei Schuppen wahrlich euphemistisch ist, da das Ding vielleicht einen Meter breit ist und 1,60 lang. Die Geräte würden sich dicht an dicht drängen, aber ich möchte sie nicht immer im Haus haben, das wirkt einfach ungemütlich und macht alles dreckig. Es degradiert das Gartenhaus zur Abstellkammer.

Der weitere hintere Teil soll naturnah genutzt werden. Es soll mit dem gearbeitet werde, dass sich bereits dort findet. Neben dem bereits dort wachsenden Feldthymian, der einen sonnigen, trockenen, warmen Standort anzeigt, sollen die weiteren “Sonnen-Kräuter” Salbei und Rosmarin, optisch aufgewertet durch Nelken, dort gepflanzt werden. In die so gut wie ungenutzte Ecke zwischen Rose und Grundstücksgrenze soll eine Wildblumenwiese gesäht werden. Die Rose wird ergänzt durch einrahmende Begleitstauden.

Dort, wo bis vor kurzem die Tannen standen, soll ein Gewächshaus hinkommen. Langfristig ein richtiges, jetzt vielleicht erst mal ein begehbares Foliengewächshaus. Richtung Grundstücksgrenze sprießen ein paar wildgewachsene Zierstrauchnachkömmlinge, die ich erst mal wachsen lasse. An der Grenze zum Nachbern, wo die hässlichsten Zaun-Mülltüten-Konstruktionen das Auge beleidigen, werde ich einen blickdichten Lattenzaun vorsetzten. Als  Material werde ich Latten von den zurückgebauten Schweineställen verwenden, die sind ja größtenteils aus Holzbrettern gezimmert. Damit der Boden auf dem gerodeten Bereich nicht von Unkraut überwachsen wird, möchte ich zwischen Zaun und Gewächshaus und bis zur Wildblumenwiese Kürbisse wachsen lassen. Die brauchen viel Platz, den ich woanders nicht hergeben möchte. Dort ist er aber und sie beschatten den Boden gut, so dass nichts anderes hochkommt.

Der Sichtschutz zum hinteren Teil, der früher durch die Tannen gegeben war, soll durch den Haselstrauch und eine Felsenbirne wieder hergestellt werden. Beide wachsen buschig ausladend und werden an die 3-5 Meter hoch. Jetzt da die Sonne auf die Haselnuss fällt, wird sie schnell breiter werden. Zwischen beiden Sträuchern soll ein Durchgang mit einem Spalier offen gehalten werden. Hier könnte ich, um den Sichtschutz noch zu verbessern eine Kletterhortensie pflanzen. Das warte ich aber erst ml ab, bis das Spalier steht.

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Die gestrichelte Linie am linken Wegrand stellt eine Staudenrabatte dar. Der Pflanzplan für diese kommt hier:

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Zwischen dem Rhododendron im Moorbeet und dem Staudenbeet soll ein Korridor aus Rasen enstehen, damit man kurze Wege hat, wenn man zwischen den verschieden Gartenteilen wechselt. Eingeläutet wird das Staudenbeet durch eine zweite Rose, die an den Rosenbogen gepflanzt wird. Die ersten 2/3 des Beetes von Rose Richtung Gartentor bewegen sich in einem Farbspektrum von weiß, über distelblau, lila und purpur und sollen mit den Rosen harmonieren und ihnen einen Rahmen geben. Das vordere Drittel wird bestimmt durch vorhandene alte Pfingstrosen, deren Farbe ich aber noch nicht kenne. Sie wird zwischen Rosa und Pink liegen und die geplanten begleitenden Pflanzen  greifen diese Farben auf oder sind so gewählt, dass sie dazu passen oder harmonische Kontraste bilden.

Die Pflanzen sind recherchiert, die Händler auch, Kostenvoranschlag steht. Fehlt nur noch das Frühjahr.