Month: November 2018

Baumverstümmelung Teil 1- Was beim Baumschnitt falsch laufen kann

Juristisch ist der Baum eine Sache, tatsächlich aber ein Lebewesen. Bäume haben Äußerungsformen, Bedürfnisse und Würde. Jeder, der an und mit Bäumen arbeitet, trägt deswegen große Verantwortung und hat ein hohes Maß an Verpflichtung. Alle Handlungen die wir an Bäumen ausführen, müssen sich an der biologischen Vertretbarkeit und der Baumwürde messen. Die Kappung orientiert sich jedoch in keiner Weise am Wohl und/oder der Würde des Baumes. Sie macht sich das Wissen um biologische Abläufe in negativer Art zunutze. Die Kappung ist ein Beispiel für Vandalismus, der in anderem Zusammenhang immer wieder angeprangert wird.

Zitat: Marko Wäldchen und Helge Breloer, http://www.baeumeundrecht.de/vsp/ziffer12.htm

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Das radikale Schneiden und Kappen von Bäumen scheint in Kleingartenanlagen in besonderem Maße ausgeprägt zu sein. Man muss in keiner Anlage weit gehen, um ein schönes Portfolio davon sehen zu können. Aktuell ist trauriger Weise wieder  Hochkonjunktur.

Es schmerzt mich zu sehen, was nach solchen Schnittmaßnahmen übrig bleibt und ich frage mich immer, welches Ziel damit verfolgt wird. Kann das noch Nicht-Besser-Wissen sein? Steht dahinter noch eine gute Absicht? Liebt der Gärtner nicht seine Pflanzen?  Oder ist das eine Maßnahme, um durch einen langsamen Baumtod ein Fällungsverbot zu umgehen? Vielleicht ist es dem Glauben des Kleingärtnertums geschuldet, alles dem geringen Platzangebot anpassen zu müssen.

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Baumschnitt kann Baumpflege sein und dem Baum Vorteile verschaffen, wenn man es richtig macht. Vielleicht rührt daher die positive Haltung zum Schneiden.

Da sucht der unsichere Gärtner ” bäume schneiden wann? ” in der Suchmaschine und das ist der erste Treffer: Achtung Negativbeispiel!:

“Beim Baumschnitt nicht zu vorsichtig sein

Einer der häufigsten Fehler beim Baumschnitt: Aus Angst, die Pflanze zu ruinieren, schneiden die meisten Hobbygärtner zu wenig ab. “Wer sich unsicher ist, sollte lieber zu viel abschneiden, dies schadet dem Gewächs in der Regel nicht”, rät der Gartenexperte. Schlimmstenfalls gerate lediglich die Baumkrone außer Form, ergänzt Eggert. Schlimmer ist es, beim Stutzen zu vorsichtig zu sein. Denn dann hat der Baum keine Möglichkeit, schön zu wachsen und kräftige Zweige zu entwickeln.”

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Wer sich unsicher ist, sollte nicht mehr abschneiden, sondern sich rückversichern. Zum Beispiel in dem man Jemanden zu Rate zieht, der sich damit auskennt!  Oder eine gute Fachfirma konsultieren oder versuchen sich tieferes Wissen selbst anzueignen. Aber selbst das ist alles gar nicht so einfach, das habe ich sogar von Leuten aus der Branche gehört. Nicht jeder der Bäume beruflich schneidet, macht es im Sinne des Baumes. Und gute Bücher sind irgendwie rar gesäht.

Das “Schlimmstenfalls” oben stimmt jedenfalls nicht. Man kann seinen Bäumen sehr wohl schaden. Bäume sind Lebewesen und haben wie jedes Lebewesen Grenzen für das, was sie verkraften können, bevor ihr System kolabiert. Zu starke und falsche Eingriffe zerstören die Abwehrfähigkeit des Baumes Krankheiten und Schädlingen gegenüber. Bis der Baum zugrunde geht dauert es nur länger, als bei anderen Lebewesen.

Also was passiert, wenn man Bäume falsch verschneidet?

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Rückblick Gartenreise England: Smallhythe Place

DSC_0755Smallhythe Place im kleinen Örtchen  Small Hythe, in der Nähe von Tenterden in Kent, ist ein Fachwerkhaus aus dem späten 15. oder frühen 16. Jahrhundert und seit 1947 vom National Trust betreut.

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Das Haus hieß ursprünglich “Port House”, denn bevor der Fluss Rother und das Meer zurückzogen und die Küstenlinine um einige Kilometer verschoben, diente es einer blühenden Werft: auf Alt-Englisch  bedeutet hythe  “Landeplatz”.

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Smallhythe Place war die Heimat der viktorianischen Schauspielerin Ellen Terry von 1899 bis zu ihrem Tod im Jahr 1928. Das Haus enthält Ellen Terrys Theater-Sammlung, während das Grundstück ihren Rosengarten, Obstgarten, die “nuttery” (Haselnusswäldchen zum gezielten Anbau) und das Scheunen-Theater beherbergt. DSC_0686

Leider konnte ich nicht viel mehr zum Haus herausfinden, obwohl es so alt ist. Die Inbesitznahme durch Ellen Terry hat alle vorigen Geschichten in den Schatten der Bedeutungslosigkeit verbannt. Sehr schade.

Es sieht so spannend aus. Sehr verwinkelt. Immer wieder wurde angebaut. Noch ein Treppchen hier, noch ein Erker da.  Hier ein Ziegeldach, dort ein Reetdach.

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