Auswirkung von Lichtverschmutzung auf das Insektensterben und das Ökosystem

Neulich habe ich einen sehr interessanten Beitrag vom NABU über die Auswirkungen der Lichtverschmutzung  in den Händen gehalten und ich fand  ihn so aufschlussreich und wichtig, dass ich zu seiner Verbreitung beitragen möchte. Leider gibt es de Beitrag in dieser Komplexität nicht online, weswegen ich nicht einfach einen Link posten kann. Ich wollte dann wissen, was das genau für Studien waren, auf die sich bezogen wurde und so ist der Beitrag doch umfangreicher geworden, als der Originalartikel, der mich so interessierte.

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Der Mensch ist ein tagaktives Wesen und deshalb macht er gerne auch die Nacht zum Tag. Licht wird oft ( vielleicht sogar noch öfter unbewusst) als Symbol für Wohlstand, Fortschritt und Urbanität wahrgenommen und irgendwie ist man doch auch ein bisschen zufrieden mit sich, dass  man es sich leisten kann. Licht gibt uns Sicherheit im Dunkel der Nacht, wo Gefahren auf uns lauern. Aber für viele Tiere, insbesondere Insekten, wird das Licht zur Gefahr.

Die Mehrheit der Insekten ist nachtaktiv. Laut NABU sterben geschätzte 1 Milliarden Insekten in jeder Sommernacht an Deutschlands Lampen. Sie verbrennen an heißen Oberflächen und flattern bis zur Erschöpfung im Kreis. Die nächtliche Straßenlampe ist wie ein Staubsauger, der die Insekten aus dem Ökosystem absaugt. Aber auch wenn die Insekten nicht den direkten Tod finden, hat die Beleuchtung Einfluss auf ihren Rückgang. So hat zum Beispiel eine aktuelle Studie aus Großbritannien, die die Auswirkung von Lichtverschmutzung auf Nachtfalter untersuchte,  festgestellt, dass die Fortpflanzungsfähigkeit der untersuchten Insekten beeinträchtigt wird.

In der Studie  wurde der kleine Frostspanner mit Licht unterschiedlicher Wellenlänge bestrahlt. Die bestrahlten Tiere waren gegenüber zur Vergleichsgruppe nur zu ca. 25-50 Prozent begattet worden. Die männlichen Falter reagierten bei Beleuchtung vermindert auf Pheromonköder, was dafür sorgt, dass sie nicht zu den Weibchen finden und so keine Begattung stattfinden kann.

Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata), MännchenKohleule (Mamestra brassicae) mit Puppe

Bild 1: Der Frostspanner, Bild 2: Die Kohleule, Bildquelle: Wikipededia, Urheber: entomart

Bei einem weiteren Nachtfalter, der Kohleule, wurde in der Studie festgestellt, dass unter nächtlichem Lichteinfluss, egal welcher Wellenlänge die Bildung der weiblichen Pheromone reduziert wird und sich auch deren Zusammensetzung verändert. Auch hier ist die Folge das die Fortpflanzung so gestört wird, dass erheblich weniger Nachkommen produziert werden können.

Fledermäuse werden häufig als Nutznießer dieser Insektenfallen gesehen. Die desorientierten Massen an Insekten sind ein leichter Fang. Aber auch hier haben aktuelle Untersuchungen des Leibnitzinstitutes ergeben, dass migrierende Fledermausarten wie Rauhaut- und Mückenfledermaus durch Kunstlicht von ihrer nächtlichen Flugroute abgelenkt werden. Insgesamt sind 5 Arten betroffen.

Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii)Pipistrellus pygmaeus01.jpg

Bild 1: Rauhautfledermaus, Bild 2:  Mückenfledermaus, Bildquelle Wikpediea, Urheber Bild 1: Mnolf, Bild 2: Evgeniy Yakhontov

Nachgewiesen haben die Wissenschaftler den Effekt an der lettischen Ostseeküste. Die Aktivität der beiden oben genannten Arten nahm um 50 Prozent zu, wenn die Forscher ihren grünen Laser einschalteten und damit eine weiße Fläche beleuchteten. Diese Lichtfarbe ist für Insekten uninteressant, die Reaktion der Fledermäuse kann deshalb nicht mit dem Beuteanreiz begründet werden.  Das Licht selbst zieht sie an.

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Auch Vögel werden durch die Lichtverschmutzung  komplex beeinflusst. So hat das Licht Einfluss auf die “Vogeluhr”. Die sich wandelnde Lichtintensität in der Dämmerung bestimmt, wann welcher Vogel anfängt zu singen. Durch das künstliche Licht kommt diese Orientierung durcheinander. Das wiederum bringt die natürliche Selektion durcheinander, da die lichtverschmutzten Männchen durch ihr zeitiger angeregtes Singen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren in dunklen Ecken dösenden Artgenossen haben.

Ganze Vogelschwärme kollidieren mit angestrahlten oder leuchtenden Großobjekten, wie Hochhäusern, Leuchttürmen, Bohrinseln usw. Häufig enden diese Zusammenstöße in einem Massensterben. Eine weitere Quelle für derlei schwerwiegende Auswirkungen sind Himmelsstrahler, auch  Skybeamer genannt, die mit ihren schwenkenden Lichtkegeln Störungen des Vogelzuges hervorrufen. Bekannt geworden ist ein Fall aus Hessen,  bei dem Kranichschwärme wegen Erschöpfung im Umfeld von Skybeamern einer Diskothek notlanden mussten, nachdem sie stundenlang orientierungslos im Kreis geflogen waren.  Zahlreiche Tiere kamen  dabei zu Tode.

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Die Kollisionsgefahr erhöht sich bei Trübwetterlagen. Bei bedecktem Himmel ist das Licht um das 10-fache verstärkt. Die Vögel können sich durch Lichtobjekte nicht mehr orientieren und fliegen direkt auf das Licht zu. Man vermutet, dass sie geblendet werden und die dahinter liegenden Hindernisse nicht mehr erkennen können, mit denen sie dann kollidieren (Beispiel Bohrinseln, Leuchtürme…)

Aber auch auf Kleinvögel haben solche Lichthindernisse ähnliche Wirkung. Eine Studie, die ich bei Landschaft- und Naturschutz-Zeitschrift für angewandte Ökologie gelesen habe, berichtete Folgendes:

Untersucht wurden Überflüge von 213 ziehenden Kleinvögeln über den Lichtkegel eines angestrahlten Gebäudes. Die überwiegende Mehrzahl zeigte im Bereich des Lichtkegels auffällige Verhaltensweisen: Kreisend/umkehrend in Herkunftsrichtung -7 4 Vögel (34,7 %). (= Zeichen maximaler Irritation und Desorientierung und maximalen Energieverlustes auf dem Zug). Anhaltende Richtungsänderung ab 45° – 82 Vögeln (38,5 %). Deutliche Verringerung der Flug­geschwindigkeit, zögerlicher, teils ungerichtet schwankender Flug, Steig- oder Sinkflug – 41 Vögel (19,2 %). Keine erkennbaren Änderungen im Flugverhalten („normal“) -16 Vögel (7,5 %).

Flugbahn

Quelle: Heiko Haupt und Ulrike Schillemeit, Lichtanlagen bringen Zugvögel vom Kurs ab, NuL 43 (6), 2011, 165-170

Eine Studie der Universität von Exeter stellte 2012 fest , dass  auch das Ökosystem am Boden lebenden  Insekten unter Straßenlaternen dauerhaft beeinflusst wird. Nicht nur in der  Nacht, sondern auch am Tag. Im Vergleich zu den Proben, die 35 Meter entfernt von den Lampen entnommen wurden, gab es unter den Lampen deutlich mehr Laufkäfer, Weberknechte und bestimmte Spinnenarten.

Eingeordnet nach  ihrer ökologischen Stellung, war die Gruppe der Räuber und Aasfresser damit im Lichtkegel deutlich stärker vertreten als die Insekten, die nicht dieser Gruppe angehören. Dass sich diese Unterschiede auch am Tage so fanden, lassen den Schluss zu, dass die Ergebnisse nicht nur auf einem reinen Anlockungseffekt durch das Licht oder leichte Beutetiere beruhen, sondern, dass die Zusammensetzung  der Insektengesellschaft unter der nächtlichen Beleuchtung dauerhaft beeinflusst wird.

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Schlimmes Beispiel für kaltweiße, sehr helle, großflächige Ausleuchtung des Bodens. Alles falsch gemacht, was geht und brandneu. Das Licht brennt die ganze Nacht, so haben alle was davon.

Sogar das Zooplankton in Gewässern wird vom Kunstlicht in seinem Tag und Nacht. Rythmus gestört. Die zirkulierende, nächtliche Wanderung aus tieferen Gewässerschichten in die oberen wird bei Lichteinwirkung verhindert. Hier kann man weiter lesen zur Auswirkung von Lichtverschmutzung auf Fische:

https://www.researchgate.net/publication/276419944_Lichtverschmutzung_und_die_Folgen_fur_Fische

Die Lichtverschmutzung nimmt stetig zu, sowohl von ihrer Flächenausdehnung als auch von ihrer Intensität. Seit 2012 hat die Lichtverschmutzung jährlich und weltweit um 2 Prozent zugenommen, laut einer internationalen Studie unter der Leitung  Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ). Mit daran beteiligt ist die Entwicklung der LED- Technologie, die Beleuchtung immer billiger macht, im NABU- Artikel wurde folgende Rechnung aufgemacht: Kostete früher eine LED-Leuchte für Straßenlaternen ca. 1500 Euro, kostet sie heute nur noch 200-250 Euro.  Durch das eingesparte Geld können dann Flächen beleuchtet werden, die früher noch gar keine Laternen hatten.

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Brutale neue LED-Lampen mit kaltweißem, ungerichtetem Licht, das nach allen Seiten abstrahlt. Dies ist ein Teil der Mauergedenkstätte. Die Lichttafeln und die Säulen leuchten die ganze Nacht, heller als es zum lesen nötig wäre. Die Lampen am Wegesrand sind auch neueren Datums und leuchten die Strecke gemessen für die Intensität der Nutzung in der Nacht unangemessen hell aus.

In Berlin kommt laut NABU ein Drittel des nach oben gerichteten Lichts von der Straßenbeleuchtung, nur 16 Prozent stammen von den Industrie- und Gewerbegebieten. Top 3 der hellsten Orte in Berlin sind 1. Flughafen Tegel, 2. Olympiastadion und 3. Alexanderplatz. Berlin hat sich bis 2018 eine Einsparung des öffentlichen Stromverbrauchs um 30-50% vorgenommen. Wie sich das auf die Lichtverschmutzung auswirkt wird aber nicht gesagt. Der Berliner Senat treibt die Umrüstung und Modernisierung der Gas- und Elektroleuchten weiter voran, dabei will er darauf achten, dass Gebäude und Bäume nicht unnötig angestrahlt werden. (Da frage ich mich doch gleich, wie das definiert wird?) Auch wird bei der Umrüstung auf LEDs darauf geachtet, das das Licht mit einem warm-weißen Lichtspektrum möglichst insektenfreundlich ist. Blau- und Ultraviolett-Anteile müssen möglichst klein sein.

Betrachtet man Berlin von oben kann man immer noch eine Zweiteilung der Stadt erkennen, und zwar in der Lichtfarbe.

https://www.berliner-zeitung.de/image/26907668/2x1/940/470/36869bd73df0df8feee775a75b3685cb/yF/71-116707842--null--15-05-2017-20-31-18-908-.jpg

Quelle: Image Courtesy of the Earth Sience and Remote Sensing Unit, NASA Johnsons Space Center

Im Osten wurden hauptsächlich Natriumdampflampen eingesetzt, die ein überwiegend langwelliges orangerotes Licht ausstrahlen. Im Westen gibt es heute noch Gaslampen und es dominieren weiße Elektroleuchten.

DSC_0455Dummerweise haben weitere Studien der Universität Exeter ergeben, dass vor allem das gelbliche Licht (so sieht für mich warm-weißes Licht aus) das Blühverhalten der Pflanzen, zum Beispiel des Gewöhnlichen Hornklees beeinflusst. Die Zahl der Blüten ging in diesem Fall zurück. Diese waren in der Studie Nahrungsquelle für bestimmte Blattläusen, deren Zahl dementsprechend auch abnahm, mit weiteren Folgen für die Nahrungskette: Denn die Blattläuse sind ein wichtiges Futter für Marienkäfer.  Bein anderen Pflanzengattungen, vor allem frühblühenden Bäumen, wie der japanischen Blütenkirsche, die es in Berlin sehr häufig gibt, wurden unter Straßenbeleuchtung abnorme Blühzeiten registriert. In der Natur ist nachts eben kein Licht vorgesehen.

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Lichtverschmutzer Baum durch Streulicht. Die Lampe ist auf der anderen Straßenseite. in der Mitte ist sogar ein Vogelnest.

Also was tun? Die Gemeinden müssen sich mit der Wahl der richtigen Leuchtmittel auseinandersetzen und  mit der Regulierung der Lichtintensität.  Die Lampen sollten dimmbar sein und entsprechend der Nutzungsintensität über die Nacht in der Lichtemission reguliert werden. So macht es natürlich Sinn, z.B. im Winter belebte Einkaufsmeilen  am Nachmittag und Abend gut zu beleuchten, aber nach Ende der Einkaufszeiten ziehen sich die Menschen in ihre Wohngebiete zurück, es könnte gedimmt werden. Zur Nachtzeit könnte dann noch eine Stufe runtergedimmt werden. Die geringste Aktivität gibt es zwischen 3 und vier Uhr Nachts. Morgens, wenn die Menschen zu ihrem Tagewerk aufbrechen, macht es Sinn, wieder heller auszuleuchten. Auch wie das Licht ausgerichtet wird, spielt eine wichtige Rolle. Die größte Lichtverschmutzung wird durch ungerichtetes Licht und nach oben gerichtetes Licht verursacht, dazu tragen aber auch schlecht abgeschirmte Leuchten und falsch ausgerichtete Lichtkegel bei.

https://www.sternenpark-schwaebische-alb.de/images/popups/lampen_richtig_anwenden.jpg

Quelle: https://www.sternenpark-schwaebische-alb.de/images/popups/lampen_richtig_anwenden.jpg

Mehr Licht führt nicht zu mehr Sicherheit, auch wenn es sich für uns anders anfühlt. Für das Berliner Lichtkonzept hat die Forschungs- und Planungsgruppe Stadt und Verkehr Unfalldaten von 2006 bis 2008 auf dem Berliner Straßenetz analysiert. Ergebnis: 75 Prozent der Unfälle findet bei Tageslicht statt, 6 % bei Dämmerung und 19 % bei Dunkelheit. Die unfallbegünstigenden Faktoren zwischen 22 und 6 Uhr liegen in höherer Fahrgeschwindigkeit, Alkohol- und Drogeneinfluss oder Müdigkeit. Die Unfälle, die sich nachts ereignen betreffen überwiegend Fußgänger. Denn Fußgänger werden durch Blendeffekte leicht übersehen und gehen in der aufmerksamkeitsheischenden Lichtsoße aus Straßenbeleuchtung, Gegenverkehr, Ampeln und Leuchtreklame leicht unter.

http://scienceblogs.de/frischer-wind/files/2014/06/Beleuchtungsvergleich.jpg

Quelle:https://www.sternenpark-schwaebische-alb.de

Und was können wir als Private tun?  Wir können unsere Lichtnutzung im Garten noch mal überdenken. Benutze ich Licht nur da, wo ich es brauche? Benutze ich es nur, wenn ich es wirklich brauche oder beleuchte ich Flächen, nur weil es schön aussieht? Brauche ich im Schrebi einen Bewegungsmelder? Brauche ich dauerhaft beleuchtete Wege? Welche Farbe haben meine Lichter?Auch ich habe eine Lichtsünde im Garten, solche  LED- Solar-Steckleuchten, die 8 Stunden leuchten können und so ein blauweißes Licht abstrahlen. Und obwohl sie ein Geschenk waren, müssen sie nun weichen.

Übrigens, die drei dunkelsten Orte in Berlin sind Platz 1 : Der Wannsee und die Havel, Platz 2: Grunewald und Tegeler Forst und Platz 3: Das Tempelhofer Feld.

4 Comments

  1. hallo sas,
    ein sehr interessanter beitrag, danke. ich wohne ja auf dem lande und hier hält sich die lichtverschmutzung ja in grenzen, wobei es auch hier eigentlich nicht mehr möglich ist, einen intensiven sternenhimmel zu bestaunen.
    in meinem garten gibt es nur 3 leuchten, die den weg zum keller (aussenzugang) beleuchten und auch nur dann angemacht werden. soweit so gut. aber ich habe direkt vor der haustür eine strassenlaterne, und die ist absolut nervig, weil es nachts in meinem wohnzimmer nicht mehr richtig dunkel wird.
    zudem setzt sich auch hier der ‘fortschritt?’ durch, drei grundstücke weiter haben nachbarn seit letztem sommer 2 bäume von unten angestrahl, zudem noch mit einem absolut ekligen LED-licht.
    aber man sollte sich ja immer erst an der eigenen nase packen. ich werde also nach wie vor, wenn ich abends/nachts mal draussen sitze, auf kerzenlicht zurückgreifen, falls überhaupt.

    gruss hanna

    • sas

      März 6, 2018 at 12:57 pm

      Hey Hanna,
      schön von dir zu lesen. Hab bei dem Artikel auch an dich denken müssen. Es gibt nämlich in deiner Region einen Verein der gegen Lichtverschmutzug tätig ist, weil man bei dir wohl noch gut Sterne gucken kann. Aber du bist ganz am Rand von deren Kampfzone. Ich schicke dir mal den Link. Freue mich sehr, dass du es interessant fandest. Ist ja doch n bisschen trocken:-)
      Wie nervig mit der Lampe, ist sie wenigstens gelb? Da kann man wenigstens noch müde werden. Hat sie auch so eine Licht streuende Form? Ich habe das Glück Jalousien zu haben, das hilft mir ungemein. Kannst ja mal den Verein auf deine Gemeinde ansetzten:-). Ja wie ist das mit solchen Beleuchtungen von Privat überhaupt? In Deutschland gibt es doch immer für alles Gebote und Verbote. Sie wissen wahrscheinlich nicht mal, dass sich vielleicht der ein oder anderen daran stößt. Wer teilt sich da schon mit:-/, man will es sich ja auch nicht verderben. Aber vielleicht hilft da ein bisschen Infopost:-)

      bis zum nächsten mal, sas

  2. Hallo,
    na, das war ja mal ein außergewöhnlicher Beitrag. Danke für die viele Mühe, die Du Dir damit gemacht hast. Es ist ja nicht so, dass ich Raupen am Kohl, kahlgefressene Beberitzenhecken, eine mit kollidierten Insekten verschmutzte Windschutzscheibe oder Blattlausvielfalt an meinen Kulturpflanzen vermisse. Aber das gehört eben auch mit zur Natur. Dass sich am Vogelhäuschen aber außer Amseln, Spatzen und Meisen kaum noch eine andere Vogelart sehen lässt und von ehemals sieben Schwalbennestern am Haus nur eines übrig geblieben ist, macht mich hingegen sehr traurig. Der Beitrag über Lichtverschmutzung bietet zumindest einige Erklärungsversuche, was der Grund sein könnte. Es gibt so vieles, was man nicht weiß und worüber sich kaum einer Gedanken macht.
    Als Kommunalpolitiker, der über neue Straßenlampen entscheiden muss, stehen die Vorschriften, die Interessen der Bürger und (leider an erster Stelle) die aufzuwendenden Kosten im Vordergrund. Umweltaspekte tauchen in den Überlegungen erst gar nicht auf. Da ist sicher noch ein langer Weg zu gehen. Es finde es gut, dass Du dieses Thema aufgegriffen hast und in das Bewusstsein Deiner Leser gerückt hast.

    Karin

    • sas

      März 9, 2018 at 10:05 am

      Na du?
      Haben ja schon gesprochen, aber wollte noch mal sagen, dass ich mich sehr über deinen Kommentar gefreut habe. Ich find’s schön, wenn ich was machen kann was, was andere Leute interessant finden, ich fand das so erkenntnisreich. Manchmal stoplert man so über Sachen, die sich so unbemerkt abspielen und doch so wichtig sind, das ist dann wie als würden einem Schuppen von den Augen fallen. Ich wollte noch was zu den Vögeln sagen. Also bei mir habe ich noch keine Schwalben gehabt, obwohl wir ja auch an einem ganz tollen Feuchtgebiet sind und alles da wäre, was sie brauchen. Dafür haben wir aber vögel, die ich zu hause nicht gesehen habe, wie den Eichelhäher und der kommt oft vorbei. Buntspecht haben wir auch- den habe ich aber früher auch bei uns im Wald gesehen. Und du hast das Rotkehlchen und den Hausrotschwanz vergessen, die hast du doch noch oder? Wir haben im Garten ganz viele Stare, obwohl die ihn Berlin auch stark zurückgehen sollen, Elstern, Rabenkrähen oder Saatkrähen in Massen, und ein Gartenrotschwanzpärchen habe ich auch schon erblickt. Diese Vogelart kannte ich meiner Erinnerung nach auch noch nicht. Ich musste sie erst mal nachschlagen. Die Nachtigall hör ich zumindest. Amseln haben wir auch viel aber Meisen sehe ich nicht so häufig. Aber wir haben Fledermäuse, das finde ich auch toll. Ich habe mich auch schon durch die Nisthäuschenabteilung gearbeitet, aber ich weiß nicht, ob es Sinn macht sowas aufzuhängen, wenn die ihnen etwas im Lebensraum fehlt. Beim Starenkasten stand 3 Meter Höhe zum Aufhängen. Da wirds ja im Kleingarten schwierig überhaupt einen Baum zu finden, der groß genug wäre.
      Habe auch noch mal in meinem Naturführer nachgeschlagen und bin beim Zitronenfalter hängen geblieben. Da steht die Raupen ernähren sich vor allem vom Faulbaum, seltener an Kreuzdorn. Gibt es vielleicht auch nicht mehr so viel? Und er wäre der wichtigste Bestäuber von Schlüsselblumen. Da müsstest du ja eigentlich viel Besuch haben.

      fühl dich gedrückt

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