Category: Pflanzen (page 1 of 7)

1. Gartenrundgang Mai- Flieder, der Herrentags-Indikator

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Immer wenn der Flieder blüht, weiß ich dass Herrentag naht, wohingegen ich das eigentliche Datum nicht im Kopf habe. Es ist eine meiner ersten Kalenderassoziationen mit Pflanzen, die ich in meiner Kindheit gemacht habe. Wenn dann die Fahrrad fahrenden Herrengedecke die Dörfer abtingelten, hatten sie immer die wilden Fliederbüsche unterwegs geplündert und die Lenker damit verschönert. Hatten natürlich keine Gartenscheren mit dabei und ich fand es immer ganz schlimm, wie das abgerissen wurde. DSC_0035

Mein Fliederwäldchen wächst so hoch, dass ich kaum an eine Blüte komme. Aber es riecht soooooo gut! Ich stehe unter den Bäumen und inhaliere diesen wahnsinnigen Duft. Die ganze Anlage ist voll mit Flieder und diese Pracht ist überwältigend.

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Ich habe mittlerweile auch alle Farben. Vom Nachbar hat sich der hellviolette Flieder unterm Zaun durchgedrückt. Dieser Ausbreitungsdrang ist aber echt lästig. Ich muss immer hinterher schnippeln, damit er nicht alles für sich einnimmt.

DSC_1001Hier soll nämlich Platz bleiben für meinen braunen Storchenschnabel (Geranium phaeum). Der hat mit den Jahren hier auch kräftige Horste gebildet und sät auch hier und da aus.

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Steingarten, Gewächshaus, Neuanschaffungen, Frühblüher

Lange musste ich mich mit der Bepflanzung des Erdstreifens von der Hausfront zurückhalten, weil der Bereich jahrelang eine viel betrampelte Baustelle war. Da jetzt aber endlich die Arbeiten an der Fassade abgeschlossen sind, kann ich mich endlich der Gestaltung widmen.

Klar war immer, hier muss es trocken werden, da gießen nicht gut für die Wand und das Fundament ist. Ich dachte früher an einen Kiesgarten wie gegenüber, aber ich habe keine Wegbegrenzung, die die Kiesel halten kann. Außerdem habe ich das ja schon. Mein Ziel ist es möglichst viele Lebenswelten in meinem Garten anzulegen. Bei den Bauarbeiten ist eine Menge Putz und Zement auf die Fläche gebröckelt und es hat sich ein gewisser Lebensraum entwickelt, der an einen alpinen Steingarten denken lässt. Die Sonne knallt auch die ganze Zeit: Alles passt.

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Ich muss gar nicht mehr  viel machen. Ich lasse den Schutt einfach liegen. Das Steinkraut fühlt sich hier seit Jahren wohl und versucht sich ständig zu versamen. Ich habe nur noch ein paar Steine dazu getan, die ich auf Ausflügen einsammle.

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Gärtnern auf La Gomera – Bananen

Entgegen meiner Ankündigung musste ich die offenen Themen in mehr als einen Beitrag aufteilen, das Kapitel Bananen ist zu umfangreich. Also heute gibt’s nur Bananen:-).

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Die Zwergbanane, niedlich.

Portugiesische Seefahrer brachten die Banane im 16. Jahrhundert auf die Kanaren. Ihre wirtschaftliche Bedeutung erlang sie aber erst im 19 Jahrhundert mit der Einführung einer robusteren, wenig krankheitsanfälligen Zwergbanane durch den französischen Konsul Sabin Berthelot. Die Früchte entwickelten sich rasch zu einem begehrten Handelsobjekt. England und Frankreich wurden zu den Hauptabnehmern der kanarischen Banane.

Auch La Gomera profitierte von dem Aufschwung durch die Banane, die aber nur einer kleinen Oberschicht zu Gute kam.  Ihren Wohlstand investierten sie wie wo anders auch üblich in herrschaftliche Häuser und in Kirch,en, was man hier und da in den Hochburgen Hermigua, Agulo, Playa de Santiagio, Vallehermoso und San Sebastian noch sehen kann.

IMG_1586 In den 1930iger Jahren ging die Nachfrage aus England und Frankreich zurück, weil diese durch ihre afrikanischen und mittelamerikanischen Kolonien selbst Bananen anbauen konnten. Die Bananen blieben aber noch das wichtigste Exportgut. Ab den 1950 igern verdrängten billiger produzierte Bananen aus Südamerika die kanarische Banane endgültig vom europäischen Markt. Deshalb erließ Spanien 1972 ein Gesetz, dass die Einfuhr von ausländischen Bananen verbot, so dass die kanarischen Bananen wenigstens das Mutterland als Absatzmarkt hatten.

IMG_1587Die Bananen-blüte,ein Wesen von einem anderen Stern. Die Blüte besteht aus den lila Deckblättern, die sie Staubgefäße schützen. Die Banane bestäubt sich sich selbst. Wenn die lila Blätter braun werden, werden sie nach und nach abgeschnitten. Nach dem kompletten “Abblühen”, wird die Hauptblüte unterhalb der letzten Bananen abgeschnitten. Einige Bananenzüchter, besonders die Professionellen, schneiden auch die verdorrten Zipfelchen an den Bananen ab, weil das gleiche passieren kann, wie bei Zucchinis. Die Frucht kann von der Blüte her anfange zu faulen.

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Gärtnern auf La Gomera- Teil 1

Während wir in Deutschland bei griesegrauen Winterwetter und Sturmtiefs  den Winterdepressionen frönen und den Frühling herbei sehnen, läuft für Flora und Fauna auf La Gomera die Endlosschleife des ewigen Sommers. Und ich darf dabei sein!

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Mein Dorf, hier kommt man nur zu Fuß rauf, 130 Treppenstufen von der Straße aus.

Mein Gärtnerherz schlägt auch im Urlaub unermüdlich und so kann ich nirgends hin reisen, ohne mich nach dem Gärtnern zu sehen, und über fremde Gartenzäune zu schielen, um zu erforschen was und wie sie es machen.

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Mein Lieblingsgarten im  mittleren  Valle. In dieser Talsohle hier läuft immer ein Bächle durch, dass je nach Jahreszeit mal mehr mal weniger anschwillt. Alles Wasser von den höheren Terrassen und dem Barranco  läuft schließlich hier hin. Es scheint auch windgeschützter zu sein. In dieser Lage gibt es so gut wie keinen Leerstand.

La Gomera ist in dieser Hinsicht sehr spannend, weil es ganz anders ist als unsere  mitteleuropäische Gartenkultur und deshalb möchte ich Jeden, der mag, ein wenig teilhaben lassen an meiner Horizonterweiterung.

La Gomera ist eine Vulkaninsel, die zweitkleinste Insel der Kanaren, fast kreisrund und an der höchsten Stelle 1.487m hoch. (Natürlich war ich schon mal dort, um runter zu gucken). Von diesem höchsten Gipfel ziehen sich steile Bergkämme hinunter bis sie den Meeresspiegel erreichen.

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Dazwischen liegen teilweise tiefe Schluchten, (durch die dann und wann niederschlagsbedingt im Winterhalbjahr Sturzbäche  schießen können) sowie Täler und Hochplateaus.  Hier und da plätschern dauerhaft Bächlein durch die die Barrancos (Schluchten und Talsohlen) und es gibt Quellen und sogar Wasserfälle.

Um hier gärtnern zu können schufen die Gomeros, wie viele andere Kulturen mit ähnlichen Voraussetzungen, Terrassen an den Berghängen um die Flächen nutzbar zu machen.  Eine unglaubliche Leistung. Viele dieser Terrassen liegen heute brach, weil es einfach zu aufwendig und mühsam ist, es wirtschaftlich nicht mehr lohnt (Bananen) oder nicht mehr der wirtschaftliche Zwang besteht. Auch hier ist Selbstversorgung nicht mehr der Standard und die Banane im Supermercato kommt schon mal aus Teneriffa.

Bildergebnis für valle de hermigua

Welche Terrasse in Benutzung bleibt, scheint die Lage zu bestimmen: Ortsnah, gut erreichbar, nicht zu steil gelegen scheinen mir die Kriterien zu sein. Am beliebtesten sind am und um den Ort und in der Talsohle.

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Winchelsea, für mich das schönste Dorf in East-Sussex

Rückblick Gartenreise England 2017:

Winchelsea ist eine kleine Stadt in der ländlich geprägten Grafschaft East Sussex, zwischen dem in vorigen Posts über die England-Gartenreise erwähnten High Weald und der Romney Marsh, etwa 3,2 km südwestlich von Rye. Es hat heutzutage  580 Einwohner in 278 Häusern.

DSC_0542Und warum ist es für mich das schönste Dorf der ganzen Gegend? Das Dorf dicht bei dicht auf die Spitze des Hügels gebaut. Es ist so klein und die Straßen sind so schmal und wenig befahren, dass man überhall hin lieber zu Fuß gehen möchte. Es ist schachbrettartig geplant mit dem Kirchplatz und Friedhof in der Mitte, was das Dorf sehr überschaubar macht und den Eindruck einer funktionierenden Dorfgemeinschaft macht. Die Häuser sind alt und mutzelig, aber liebevoll restauriert und gepflegt.  Es ist fast kitschig englisch, im meinen Kopf laufen sogleich Bilder von fahrradfahrende Vikaren, Miss Marple und dem Dr. und das liebe Vieh. Der Friedhof erinnert mich an Godric’s Hollow aus Harry Potter.

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Wer genau hinsieht, erkennt dass auch hier die Kletterrosen “trained”sind. Sie wurden in besonderer Weise beschnitten und in Form an die Wand gelegt, um die Blühfreude zu steigern. Wie das gemacht wird habe ich im Post über den Sissinghurst Rose Garden beschrieben.

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Rückblick Gartenreise England: Sissinghurst White Garden

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Magisches Weiß und geometrisches Grün: Der White Garden

Der beliebteste und berühmteste Garten ist der romantische „White Garden“ , ein perfektes Beispiel für die Wechselwirkung  zwischen sachlicher und sinnlicher Gartengestaltung.

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Hier sieht man den Pavillion mit der berühmten Rosa Mulliganii. Es gibt eine deutsche Firma, die einem den Pavillon für schlappe 9200 Euro nachbaut: Quadratischer Grundriss 500 x 500 cm. Gesamthöhe 350 cm in der Spitze. Gewicht ca. 480 kg.

Rambler Rose "Rosa mulliganii" flowers

Rambler Rose “Rosa mulliganii”

Diese riesige Ramblerrose ist einer der größten Kletterer, die in unseren Regionen gedeihen und benötigt entsprechend viel Platz. Sie produziert kleine weiße Blüten in riesigen, breitflächigen Dolden mit bis zu 150 einzelnen Blüten. Die Blüte erscheint spät in der Saison, und im Herbst folgen dann kleine orangerote Hagebutten. Das fast immergrüne Laub ist fein und glänzend und hat sieben Fiederblätter. ‘Rosa Mulliganii’ ist eine der massivsten, Bäume überwuchernden Kletterrosen. Eignet sich auch zum Überwuchern von Gebäuden und anderer großer, massiver Rankgerüste.

Quelle: Züchterbeschreibung

Die Ramblerrose  blüht erst im Juli und so konnten wir sie leider nur kurz vor der Blüte sehen. So sehen die Blüten aus.

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Gartenrundgang Ende November: Rosen, Gemüse, Mulchen, Frostschutz

Am 18.11. wurde das Wasser abgestellt und ich war nicht da. Das Prozedere ist so: Der Wasserwart stellt die Hauptwasserleitung ab, welche auf meinem Grundstück ist. Jeder stellt wann er lustig ist seinen Wasseranschluss ab und teilt dem Wasserwart seinen Zählerstand mit. Dem wollte ich mich nun widmen und wurde von diesem Anblick überrascht:

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Alles steht 40 cm hoch unter Wasser. Ich komme nicht an die Hähne, nicht an das Entlüftungsventil, nicht an den Zähler. Ich dachte zunächst etwas sei vielleicht kaputt gegangen und Wasser sei in meiner Grube ausgetreten und deshalb warf ich zum Vergleich auch  einen Blick in den Schacht vom Hauptwasseranschluss:

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Uh, schlimm! Also ich schließe aus dem Anblick,dass es das Grundwasser ist, dass sich durch die Wände drückt. Wie hat der Wasserwart da nur Wasser abstellen können ? Er muss eine Tauchpumpe benutzt haben. Ich habe keine Tauchpumpe. Und auf weiter Flur, bin ich die Einzige im Garten. Ich kann mir deswegen auch keine leihen. Ich muss es nun mit der Hand ausschöpfen.

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Sissinghurst Teil 1:

Der Rosengarten- Rückblick Gartenreise England

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“Es machte sie berühmt und vermutlich auch glücklich: Sissinghurst, das gärtnerische Lebenswerk der Schriftstellerin Vita Sackwille-West. Die verschachtelte idyllische Gartenlandschaft in Südengland gilt unter Gartenfans als das schönste Beispiel für moderne britische Gartenkunst. Märchenhaft idyllisch und ein Sehnsuchtsort für jeden Gartenfan. Sissinghurst, der berühmteste Garten der englischen Gartengeschichte, den die Schriftstellerin Vita Sackville-West in den 1930ern zusammen mit ihrem Mann Harold Nicolson anlegte.

Rund um die Gebäude von Sissinghurst Castle in der Grafschaft Kent gruppieren sich zehn verschiedene Garten-„Räume“, die mit ihrer kreativen Vielfalt jedes Jahr 190.000 Besucher faszinieren und verzaubern.”

Quelle: http://luxus.welt.de/travel/orte-touren/schlossgarten-mit-cottage-flair

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Auf dieser Mauerkrone wachsen eine weiße und violettfarbene Wisterie. Schade, dass ich die Blüte verpasst habe.

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Vom Garten auf den Tisch: Selleriesuppe mit Maronen und Bratapfelkuchen

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Ich muss mir keine Mühe geben um jahreszeitlich zu kochen, denn was sich verkochen lässt, drängt sich förmlich auf: Ich habe noch relativ viel Sellerie und der wächst langsam so merkwürdig länglich und deshalb muss er abgeerntet werden. Die Kartoffeln sind schon lange geerntet und warten im Erdkeller auf ihre Verarbeitung. Hm, und was könnte ich noch dazu geben, damit es interessanter schmeckt? Beim Ausflug in de Pilze hatten wir so viel gesammelt dass ich alles Übrige eingefroren habe. In kleinen Portionen, so dass ich nur in den Gefrierschrank greifen brauche, um mir geputzte Waldpilze her zu zaubern.

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Sieht gut aus mein Sellerie, schön weiß. Aber er hat schon wieder diese wattigen Stellen.

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Rückblick Englandreise: Great Dixter Gardens

Great  Dixter ist einer der berühmtesten englischen Gärten. Viele Gartenfreunde waren schon da, ich jetzt auch. Und für die, die ihn noch nicht kennen, stelle ich ihn gerne vor, denn es ist bisher mein liebster Garten in Kent und East Sussex.

Great Dixter war das Familienhaus von Gärtners und Gartenschriftsteller Christopher Lloyd  (1921-2006) – es war der Mittelpunkt seines Schaffens und seiner Hingabe und beflügelte ihn  über 40 Jahre lang zu Büchern und Artikeln zum Fach. 

Nach Christopher Lloyds Tod 2006 übernahm die gärtnerische Leitung Christopher’s Freund und Chefgärtner, Fergus Garrett. Das einstige private historische Haus sowie der  Garten sind wie viele alte, große Herrenhäuser in den National Trust übergegangen und dienen weiterhin als Bildungszentrum und als Wallfahrtsort für Gartenliebhaber aus der ganzen Welt.

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