Dachabriss Teil 1

Ich habe ein paar Tage frei genommen, eigentlich um den Boden vorzubereiten und zu stecken und zu sähen, aber weil sich mit dem Dach alles nach hinten verschoben hat, ist jetzt der Dachabriss und Neubau dran.

Angefangen haben wir mit der Zwischendecke im Hauptraum. Die muss raus, weil sie zu niedrig ist und weil wir Dachfenster einbauen, damit es heller wird. Mit Zwischendecke würden die Fenster nur den Dachboden beleuchten. Leider stellte sich der Abriss  der Zwischendecke schwieriger heraus als gedacht. Denn die Decke aus Holzlatten ist verputzt. Allerdings ist das kein Putz, wie man ihn heute finden würde, sondern ein merkwürdiger DDR-Individualwerkstoff, sauhart, von der Dichte her wie Gips, hart wie Solnhofer Schiefer und dann noch dicker als 1 Zentimeter. Ich habe das Zeug meinem Nachbarn gezeigt, der sich mit Baustoffen aus der Zeit auskennt, aber er konnte mir auch nichts dazu sagen.

DSC_0012Erst wurde versucht, das Holz von oben mit der Stichsäge durchzusägen und es dann nach unten durch zu brechen, aber es ging nicht. Der Putz machte der Taktik einen Strich durch die Rechnung. Das Sägeblatt wurde so heiß, dass  es abbrach.

Also versuchten wir erst den Putz von der Zwischendecke zu entfernen. Die Werkzeuge, die wir hatten waren aber nicht ausreichend, so dass wir und von unserem netten Nachbarn eine sehr große und schwere Brechstange ausgeliehen, mit der der Putz zertrümmert wurde.

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Die freigelegten Bretter der Zwischendecke wurden dann mit der Brechstange rausgebrochen. Das ergab einen schönen Trümmerhaufen, der weggeräumt und eingetütet werden musste.

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Dafür kann man sich, wenn man ins Gebälk guckt schon gut vorstellen wie das später mal aussehen wird, wenn da die neuen Balken sind.

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Nachdem die Zwischendecke raus war widmeten wir uns dem Dachbelag. In dem Garten in dem ich zuvor wirkte war das Dach der Laube von einem Nachbarn neu mit Dachpappe eingedeckt worden und die alte Dachpappe lag in kleinen Fetzen ums Haus herum verteilt und verseuchte die Gegend. Deshalb hatte ich mir vorgenommen es bei mir nicht so weit kommen zu lassen und die Dachpappe fein säuberlich zu entfernen und einzusammeln.

Leider funktionierte das Entfernen auch nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir dachten, wir schneiden mit dem Teppichmesser Quader in die Dachpappe und hebeln sie ab. Aber man kam 1. mit dem Messer nicht durch alle Schichten und 2. ließ sie sich nicht von den Brettern abhebeln, weil sie direkt mit Teeranstrich aufs Holz geklebt worden war.

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Also gaben wir die Taktik auf. Die neue Taktik sah vor, die Dachfüllug zwischen den tragenden Balken herauszusägen ud nach unten durchzubrechen:

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Das klappte ganz gut, ausser dass die Kreissäge ganz verteert wurde und es mordsmäßig nach Teer riecht. Es ist, als würde man im inneren einen Kaminschachtes arbeiten. Im Hauptraum sammelten sich große Haufen von Schutt, die fein säuberlich auseinander dividiert werden mussten. Am Ende eines solchen Tages riecht man selbst wie ein Schornsteinfeger und muss sich inklusive aller benutzter Kleidung einer Vollreinigung unterziehen.

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Damit die Plane durch eventuellen Regen nicht eingedrückt wird, haben wir noch ein paar Dachlatten verteilt. Dann kam die Plane wieder drauf.

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Ein langer Tag geht zu Ende.

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4 Comments

  1. Birgid Hartmann

    April 10, 2016 at 4:25 pm

    O je, das sieht ja nach Großbaustelle aus. Kriegt ihr das wirklich alles selbst in den Griff??

    • sas

      April 14, 2016 at 9:25 am

      Das weiß man ja erst hinter her 🙂 Wenn wir den Punkt erreichen sollten, wo wir an eine Grenze stoßen, kann man sich ja immer noch Hilfe holen. Rein vom technischen Verständnis sehe ich keine Arbeit, die man nicht selbst machen könnte. Außer das Verputzen danach vielleicht:-)

  2. Es sieht jedenfalls nach jeder Menge harter Arbeit aus. Seid nur vorsichtig und achtet auf den Unfallschutz. Als Laie tritt man leicht mal daneben 🙂

    • sas

      April 14, 2016 at 9:47 pm

      😀 Wie T. sagt: wir haben die Unfallquote ausgelagert. Ein Helm würde mir aber noch gefallen. Bei dem Holz stellen wir immer einen ab, der die Nägel umschlagen oder rausziehen muss. Du weißt ja ich bin vorsichtig, ein bisschen Risiko ist aber leider immer. Schön, dass du geguckt hast.

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