Das Chilli- und Paprika-Experiment: Die Ergebnisse

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Alle meine Chili- Pepperoni-Sorten: Oben grün= Türkische Gewürzpaprika, darunter Pepperoni Orange, darunter eine unreife und reife Pfefferoni “Elephant”.

Ich kann es selbst kaum glauben, ich habe erfolgreich Chilis und Paprika angebaut und zwar nicht gekaufte, sondern vom Samenkorn an, selbst groß gezogen. Und dann ist auch noch was reif geworden. Also nee, wirklich. Das ich das noch erleben darf.

Türkischer Gewürzpaprika:

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Türkische Gewürzpaprika, ausgereift.

Der türkische Gewürzpaprika, ist die einzige Pflanze, die ich gekauft habe, weil mein aus grünen Schoten gekratztes Saatgut wegen Unreife nicht aufgehen wollte. Ich finde den Namen irreführend, weil das Ding ganz schön scharf werden kann und auch von der Form eher einer Chili oder Pepperoni gleicht. Ich habe bei der Suche auch die Gleichsetzung vom türkischen Gewürzpaprika mit der  Chili KEKOVA gesehen und ich denke das stimmt.

DSC_0325Sortenbeschreibung:

  • Chili, Peperoni
  • kräftige, mittelgroße Pflanzen, etwa bis 80 cm hoch
  • lange, sichelförmig und spiralförmig gebogene von grün nach rot abreifende Früchte
  • sehr ertragreich
  • erträglich scharf, dünnwandig mit vielen Samen

Was die Schärfe angeht: Also eigentlich werden die Früchte grün geerntet und gegessen, dann sollen sie weniger scharf sein. Aber ich habe bei dieser Pflanze schon alles erlebt. Ich habe schon ohne Schärfe Grüne gegessen und auch die Rote wurde glücklich verspeist, und dann hatte ich wieder welche, die ich vor Schreck ausspuckte und dann gründlich aus dem Essen suchen musste, weil es zu viel für mich war.

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Pepperoni Orange( Capsicum anuum longum):

Das Saatgut von Pep Orange, wie ich die Sorte nenne,  habe ich aus einem Chilimix von westlandpeppers gekratzt, den ich für dich Küche im Supermarkt erstanden hatte. Ich fand ich angenehm scharf aber erträglich. Ich war mir nicht sicher, ob das was werden würde, weil man bei solchen Aktionen nie weiß, ob das Material samenfest ist, oder was man da überhaupt hat.

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Ich bin deshalb extrem positiv überrascht von dem Erfolg. Die Pflanze ist bei mir recht klein und wächst auf Boden, der nicht mit Nährstoffen angereichert wurde und auch noch nicht direkt am Tropfschlauch. Trotz der widrigen Umstände hat sie sich gut gemacht und ist  für ihre kleine Größe auch noch extrem ertragreich.

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Sortenbeschreibung:

Die  orange Peperoni ist stark verwandt mit der roten spanischen Peperoni. Die gelbe Peperoni ist etwas milder im Geschmack als die rote, aber auch sehr gut zum Schärfen von Gerichten geeignet. Zudem hat die orange Peperoni eine fruchtigere Note im Geschmack als rote und grüne Chili.

Die orange Peperoni bildet lange, schmale Schoten und kann den ganzen Sommer über beerntet werden. Die grünen Früchte reifen in dieser Zeit orange ab, dabei nimmt ihre Schärfe zu. –> Das stimmt, sie reift wirklich früh, schnell und fortlaufend.

DSC_0321 Am besten käme das Aroma bei den rohen Früchten zur Geltung. Die Sorte wird wegen ihrer pikanten Schärfe und fruchtigkeit besonders zu  Käse oder Salat empfohlen. Ich finde sie toll im Chutney.

Dann lese ich am Ende meines Experimentes noch Folgendes: Mischkultur-Tipp: 

Peperoni vertragen sich nicht mit Tomaten, Auberginen, Kartoffel und Andenbeeren.
Gute Pflanzpartner hingegen sind Basilikum, Bohnen und Salate.

Ups, das habe ich hier also auch falsch gemacht. In jedem Gewächshaus bei mir finden sich Tomaten, deshalb habe ich sie ja überhaupt. Die Chilis sind nur Beiwerk und wurden stiefmütterlich in ungenutzte Ecken gepflanzt. Und dennoch sind sie so ertragreich.

Paprika Pantos:

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Bei Pantos habe ich in Unwissenheit aber den guten Pflanzpartner und weit und Breit keine Tomate- Mein Paprika Pantos wächst im Kübel (60 l Bauwanne) mit Kompost und mit Basilikum als Unterpflanzung.

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Hier ein Bild von Ende Juni, als beides noch klein war. Ich fand Pantos in der Anzucht schon zickig und das ging nach dem Auspflanzen auch so weiter. Das ist der einzige  Standort, an dem er geworden ist. Ich dementsprechend bin ich nicht entzückt, nur ganz froh und kann nicht in die Loblieder für die Sorte einstimmen.

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Pantos will sehr guten Boden, sehr viel Wärme und auch noch viel Feuchtigkeit. Bei den Schnecken ist er auch sehr beliebt und muss daher vor ihnen geschützt werden. Wenn da alles stimmt zeigt er sich aber als ertragreich.

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Sortenbeschreibung vom Saatguthändler:

Länglicher Sortentyp mit spitzen, rot reifenden Früchten. Enorme Wüchsigkeit und Gesundheit. Pantos wird in Ihrem Gewächshaus über 1,80 m hoch,  (–> Wow, davon träum ich. Also enorme Wüchsigkeit hab ich nicht, dafür müssen alle Ansprüche der Pflanze wahrscheinlich 100 Prozent erfüllt sein.) daher empfehlen wir dreitriebiges Aufleiten an Schnüren. Freilandpflanzung in warmen Lagen ab Mitte Mai. Dickwandige Sorte mit vollmundig-süßem Geschmack. Zum Rohverzehr oder als Schmor- und Gemüsepaprika geeignet.

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Die Sorte Pantos gilt als  sehr tolerant gegen bodenbürtige Krankheiten. Bei der Aufzucht braucht sie aber  höhere Temperaturen als andere Sorten. Die Voranzucht beginnt Anfang Februar und endet Ende Februar. Im Gewächshaus wird sie zwischen Anfang und Ende März gepflanzt. Im Freiland kann man sie ab Mitte Mai pflanzen.
Das Erntefenster erstreckt sich von Mitte Juli bis Ende Oktober.

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Warm ist auch ein zweischneidiges Schwert: Ohne Gewächshaus, dass das Licht streut kommt es bei starker Sonneneinstrahlung zu Verbrennungen. Weichei-Paprika. Unten links in der Mitte zwischen meinen Pantos eine ungarische Spitzpaprika aus dem Handel zum Vergleich. Die Größe ist  fast gleich, aber von der Form und Farbe sieht es schon anders aus. Der Geschmack ist wunderbar, so, wie man es sich vorstellt.

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Peperoni Elefant oder Elephant 

Die unübersehbare korkige der Oberfläche gibt diesem Paprika aus dem Kosovo seinen Namen. Scharfer Pfefferoni mit ca.10 cm langen, schlanken, rindenartig-gemaserten Früchten(ähnelt einer Elefantenhaut). (Bei mir länger: 15-20 cm.) Die fleischigen Früchte reifen von grün nach rot.

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Die Sorte kann je nach Zuchtlinie bis 1, 20 cm hoch werden und ist ertragreich. Der Schärfegrad  liegt bei 6-7(Skala 1 bis 10). Die Pflanze gedeiht sehr gut im Gewächshaus sowie auch im Freiland. Sie hat aufrechte Triebe, ist dicht belaubt und buschig. Reifezeit ca. 12-14 Wochen. Die Peperoni mundet Hartgesottenen  roh oder als Gemüse. Mir ist sie schon zu scharf. Ich werde sie trocken als Pul Biber und auch Chili-Öl damit machen.

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Im Freiland

In den Balkanländern wird die Schote getrocknet und gemahlen, und bereichert als Gewürz die traditionellen Gerichte.

Aussaat empfiehlt sich Anfang März in Töpfen, warm natürlich. Auspflanzen ab dem 20. Mai an geschütztem Platz im Abstand von 40x40cm. Bei mir steht er einmal im Freiland vor dem Tomatenzelt und einmal im Gewächshaus. Er beweist eine gute Robustheit im Freiland, ist dort aber schlechter versorgt bei mir und kleiner. Auch bei den Schnecken war er sehr beliebt.

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Im Gewächshaus ist die ganze Pflanze sehr viel größer und reich behangen. Hier steht sie ganz dicht an Tomaten und Baslikium. Also zwischen Feind und Freund. Vielleicht hebt es sich dann auf?

Ich bin zufrieden mit der Sorte. Sie sieht spannend aus und ist nicht besonders schwierig in Anbau und Anzucht.

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Überraschungspaket: Ich weiß nicht mehr, was ich hier habe. Aber sieht gut aus:-)

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2 Comments

  1. Was hast Du mit all dem Gemüse gemacht? Es ist ja der Wahnsinn!

    • sas

      September 21, 2018 at 8:40 pm

      :-D In dem Fall gleich gegessen. Und du weißt ja, wir haben einen sehr großen Gefrierschrank. Der Winter wird laaaang.

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