DSC_0806Langwierig und Detailreich ging es weiter im Aufbau. Der hinterste Bogen wurde am nächsten Aufbautag  an das bestehende Gerüst angebaut und die Verbindungsstreben für die Tür und die Schwelle wurden hinten hinzugefügt.

Und dann kamen die Poly-Carbonat-Bahnen. Die kamen zusammengerollt, drei Stück auf das minimalste zusammengeschnürt. Als ich die Schnur auf schnitt, machte es laut “Plong!” Und die Bahnen entfalteten sich zu großen Ungetümen. Denn eine Bahn ist IMG_10866 Meter lang und 2 Meter breit. Zwei Bahnen decken das gesamte  Gewächshaus ab, die Dritte muss man selbst zurecht schneiden, um damit die Front und die Türelemente zu verkleiden. Aber das haben wir noch nicht in Angriff genommen.

Es hat einiges an Koordination erfordert die Bahnen auf den Gewächshausrahmen zu bekommen. Beide Bahnen überschneiden sich 7 cm auf der Mittelstrebe. Da keine Löcher vorgebohrt sind, müssen diese selbst festgelegt und gebohrt werden. Die richtige Stelle zu treffen, so, dass man innen durch das Loch in den Streben kommt, war gar nicht so einfach. Auf der linken Seite half uns die Sonne, die sich so reflektieren ließ, dass sie das Loch in der Strebe als Lichtpunkt auf die Platte warf. Rechts war es schwieriger.

Ebenfalls herausfordernd war das festschrauben, weil die Schrauben natürlich wieder knapp bemessen waren von ihrer Länge. Für die Stellen, wo sie beide Platten überlappen, war das besonders schwer, weil die Schraube nur wenn man mit viel Kraft gegen drückte überhaupt überstand. Mit dieser Kraftanstrengung und im Blindflug musste man dann das kleine Löchelchen finden. Das ging ungefähr so: “Links oben!…Links!”

“Ich kann doch links und rechts nicht so gut! Zur Hecke oder zum Garten?!”

“Richtung Garten, jetzt runter… noch ein Stück…. nee, wieder hoch! Mehr drücken! Drück! Jetzt biste grad dran vorbei.”

“Soll ich ma?”

Am Ende hats ganz gut geklappt. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang waren wir fertig.

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Die Schutzfolie auf den Bahnen ließen wir erst mal drauf. Am nächsten Arbeitstag habe ich den Graben gegraben, um die Füße zu versenken. Das hat sehr lange gedauert, weil ich aufgrund der Bepflanzung drum herum so wenig Spiel habe, der Graben war nur 15 cm breit, abeIMG_1095r 29 cm tief. Da dort einst die Tannen standen, waren hier und da noch Wurzeln, die ich herausschneiden musste. Auf der Zaunseite musste sogar die Säge ran. Eine Wurzel hatte den Durchmesser von 15 cm. Bei der hinteren Frontseite hatte ich noch mehr Probleme, weil da einst der Stamm war. Das wurde zwar alles gefräst, aber nur bis zu einer gewissen Tiefe. Ich komme dort hinten nicht so tief, wie ich sollte Es fehlen 5-7 cm. Das Holz ist so massiv wie eine Fundamentplatte. Ich kann da gar nichts machen. Nicht mal mit der Säge.

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Anschließend stellten wir das Gewächshaus in die Gräben. Diese konnte ich nicht zu machen, weil vorne noch die Platten auf den Türseiten angehalten, ausgeschnitten und zusammengebaut werden müssen. Dafür braucht man freien Zugang, denn diese müssen ja auch bis weit nach unten reichen zum Eingraben. Das konnten wir aber an dem Tag nicht mehr machen, so dass es bis zum Weitermachen so stehen bleiben musste. Das Gewächshaus war gut schwer und ich dachte, es stünde da ganz gut. Vorsichtshalber haben wir es noch auf einer Seite angebunden.

An dem Tag ging auch noch mein Kameraobjektiv kaputt, so dass ich wieder mit der Handykamera knipsen muss.

Ein paar Tage später (ich bereitete mich auf einen normalen Arbeitstag vor), machten mir die Geräusche Sorgen, die ich durch die geschlossenen Fenster hören konnte. Es war wohl sehr windig, und da bei uns viel gebaut wird flatterten die Planen, die Gerüste klirrten metallisch, wenn etwas dagegen schlug, Bauabsperrungen kippten um. Ich checkte den Wetterbericht: Windböen mit 80 h/km. Ups, ab 60 wirds gefährlich für meine  Angriffsflächen im Garten. Ich wollte lieber vor der Arbeit noch mal nach dem Rechten sehen.

Die Sorge war berechtigt, das Gewächshaus war aus dem Graben gehoben, Richtung Zaun gekippt, wo wir es angebunden hatten. Wir hätten es in die andere Richtung festbinden müssen. Die Füße waren teilweise verbogen und das hintere Mittelteil, wegen der mangelnden Aussteifung zusammengedetscht.

Ich rief verzweifelt meinen Mann an, er müsse kommen und das Gewächshaus retten! Eigentlich wollte ich gleich weiter zur Arbeit, aber ich konnte nicht gehen. Ich musste das Gewächshaus wieder richtig hinstellen, damit es nicht weiter Schaden nimmt. Und dann war der Wind so stark, dass ich es die ganze Zeit festhalten musste, bis mein Mann kam. So stand ich da eine halbe Stunde und hielt einfach nur das Gewächshaus fest. Die Sicherungsmaßnahmen dauerten 1 1/2 Stunden.

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Damit das Gewächshaus nicht verformt wird haben wir die Spanngurte an zusammen geschraubten Holzlatten befestigt. Vorne ist es an der Wasserleitung befestigt….

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Hinten an der einer eingemauerten, alten Türschwelle.  Auf der anderen Seite gibt es nichts festes, selbst die Zaunpfosten meines Nachbarn sehen nicht belastbar aus. Deshalb ist das Gewächshaus hier an den Büschen festgebunden.

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Wegen der Aussteifung der Türseiten und gegen den “Dracheneffekt” (Wind fährt in das Haus und hebt es hoch), wurden diese mit Verfügbaren Holzwerkstoffen verschraubt. Das hatte sofort einen merklichen Effekt. Zudem macht es das Gewächshaus schwerer. Nun steht das Gewächshaus wie fest getackert, das ist schön. Aber ich muss die Gräben wieder aushebe, die zugeschlammt wurden und ich muss die Füße wohl doch einbetonieren. Leider ist das Wasser noch nicht angestellt und ich kann so lange es so ist nichts anrühren.

Na,wir können erst mal die Türseiten fertig machen.