Vor Weihnachten passierte Folgendes:

Mit dem Unzug meiner Güter aus dem Alten Garten bis Mitte Dezember hatte ich auch meinen Muskatkürbis geerntet und mit genommen, vorerst lagerte ich ihn im neuen Gartenhaus, weil es dort frostfrei war. Ich hatte die Samen im Vorjahr von einem Kürbis aufgehoben, den ich im Biomarkt gekauft hatte. Mühevoll hatte ich ihn mit Kunstlicht zuhause vorgezogen und dann im Garten gehegt und gepflegt, immer kritischer beäugend, weil er das gesamte Beet einahm und allem Anderen, wie Salat und Grünkohl mit seinen raumgreifenden, schattenwerfenden Blättern die Lebensgrundlage nahm. Aber ich wollte, dass er trägt und opferte die anderen Pflanzen.

Schließlich trug er nur einen einzigen Kürbis, der zwar riesig war, aber bei dem ich keine Reifung erkennen konnte. Er war nur grün. In meiner Erinnerung war er aber orange-braun. Mitte Dezember schnitt ich ihn ab, grün. Er wog 9.3 Kilo. Mühevoll schleppte ich ihn zum Gartenhaus und vom Gartenhaus zu uns nach hause. Da stand er nur eine Woche, als mir eine merkwürdige Pfütze auffiel. Ich dachte erst den Katzen wäre ein Malheur passiert, aber es roch nach Kürbis. Der Kürbis hatte angefangen sich von innen her zu zersetzten. Ich holte den Wischeimer, um ihn nach draußen zu tragen, aber als ich ihn am Stiel hochheben wollte, riss er auf, wie ein platzender Bratapfel! Aus ihm ergoss sich ein Schwall vom Tisch, der in Intensität und Länge an ein urinierendes Pferd erinnerte. Gott sei Dank hatte ich den Eimer schon da und konnte ihn schnell drunter schieben.

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Ich war so traurig, diese Ganze Arbeit, das ganze Warten auf den Tag, wo er endlich zubreitet werden möge. Alles dahin. Wie konnte das nur passieren?

Das Einzige was mir noch sinnvolles zu tun blieb, war ein paar Kerne raus zu fischen für nächstes Jahr.

Das habe ich mit den Johannesbeertomaten auch schon gemacht, weil man meine favorisierte Sorte so gar nicht verlässlich  zu kaufen bekommt. Ich dachte ja ich hätte sie für 2014 gekauft, aber das war Golden Current und nicht meine Sorte. Im Februar geht die Anzucht unter Kunstlicht schon wieder los.

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