Mein Gewächshaus ist gekommen

Endlich komme ich zu meinem eigenen Gewächshaus, ich freue mich so! Leider kommt es in vielen kleinen Einzelteilen und muss aufwändig selbst zusammengebaut werden. Dafür war es verhältnismäßig günstig und hier kommt seine Geschichte:

Werbefoto für mein Gewächshaus, Innenansicht. Im Rundbogengewächshaus gibt es viele Vorteile. An den Versteifungsstreben kann ich toll meine Tomaten festbinden. Die Windlast verteilt sich viel besser auch Schneelast wird besser getragen, wie in einem Gewölbe wird die Last auf den Boden geleitet. Regenrinne brauche ich nicht.

Seit ich ein Kind war, wollte ich ein Gewächshaus. So ein schönes altes Gewächshaus aus Glas. Leider ist aus diesem Traum nie etwas geworden, damals nicht und heute immer noch nicht. Ich sehe solche Gewächshäuser nicht auf dem Markt und wenn doch, nur irgendwo zum Selbstabbau in Hinterposemuckel mit fehlenden Scheiben usw. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man so etwas ab- und aufbaut und transportiert.

Modernere hochwertigere Gewächshäuser bewegen sich in Preiskategorien die ich ich nicht vertretbar finde und das was übrig bleibt sind die billigen Gewächshäuser mit den Aluminiumrahmen und den Polycarbonat-Platten, die nur eingeschoben werden. Die sehen sowas von grackelig aus mit ihren Schiebetüren und externen Laufschienen. Wohin das Auge sieht winkt einem schon die geplante Obsolezsens. Letztes Jahr sah ich mir so Eines gebraucht zu verkaufen an. Die Polycarbonat-Platten waren vom UV-Licht und dem Zahn der Zeit kräftig angenagt und schwere Regentropfen hatten die Oberseite der Stegplatten eingeschlagen, wie bei einem Hagelschaden.

Ich suchte also sehr lange nach einem günstigen aber stabilem und funktionalen Gewächshaus. Ich liebäugelte aus Verzweiflung sogar schon mit gebrauchten Einkaufswagenunterständen. Nach langer Recherche fand ich doch ein Rundbogengewächshaus mit den passenden Maßen und ganz wichtig: Zwei Türen, damit ich durch laufen kann und es von beiden Seite betreten kann. Das mir das so wichtig ist, hat mit der Lage in meinem Garten zu tun.  Es ist ein russisches Fabrikat, dass für den russischen Markt bestimmt ist, aber  von einem russisch-stämmigen Einzelhändler  in Deutschland direkt vertrieben wird.

Der Händler fährt selbst nach Russland, sammelt die bestellten Gewächshäuser beim Hersteller ein und liefert sie persönlich bei seinen Kunden aus. Gestern noch in Russland, heute schon bei mir im Garten. Der Mann fährt unglaubliche Strecken.

So kam es an:

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Extrem kompakt zusammengefaltet in kleinen Einzelteilen. Kaum zu glauben, dass es mal 4 Meter lang, 2 Meter breit und 2,20 Meter hoch sein wird. Allein das Schraubenpaket gab mir eine Ahnung, von der Arbeit, die mich erwartete. Das Schraubenpaket war am 2. Tag leer und ich musste ein zweites anfangen.

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Und nun kommt das Beste: Die Aufbauanleitung und die Beschriftung der Teile ist nur in russisch. Überraschung!

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Hm… Ein paar Grundsätzliche Fragen, wie welches Paket was enthält, wurden mir noch vom Händler erklärt und der Rest war bewältigbar dank meiner jahrelangen Grundausbildung in “Bilderrätsel lösen”  durch ein schwedisches Möbelhaus. Also ran an die Schrauben….. Ich habe ewig für den ersten Meter gebraucht, bis ich das System verstanden hatte und jeden Fehler, den man machen kann, auch einmal gemacht und wieder korrigiert hatte. Erst hatte ich die Schrauben mit der Mutter auf der falschen Seite, dann hatte ich zu kurze Schrauben benutzt, weil es keine Angaben gab, welche Schrauben wann zu nutzen sind, dann hatte ich nicht mit bekommen, dass es linke und rechte Bauteile gibt und ich habe die ein oder andere Stange mal mit der Unterseite nach oben mit dem Anschlussstück verschraubt. Mit deutlich weniger Schaffensfreude schloss ich für diesen Tag.

Ergebnis Tag 1:

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Damit das noch wackelige Konstrukt nicht umfällt habe ich es mit den Leitern abgestützt.

Tag 2:

Heute kommt das Mittelteil dran, das Zusatzpaket.

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Ich suche mir die Teile für einen Rundbogen aus den Stapel mit den Gestängeblechen zusammen und lege sie mir an die richtigen Stellen. Dann brauche ich nur noch schrauben.

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Für den Fall dass mal jemand in die Verlegenheit kommt, selbst das Gewächshaus Dwuschka zusammen zu bauen, gibt es hier ein paar hilfreiche Hinweise:

Auf dem ersten Bild sieht man, dass die Schraubenköpfe auf den Flächen, auf denen später die Polycarbonatplatten aufliegen, immer nach außen zeigen müssen. Denn wäre es anders herum, würde sich das Ende der Schraube wegen des Druck durch die Platte bohren. Das zweite Bild zeigt die kurzen Schrauben und die mittlerer Länge. Die Kurzen kommen so gut wie überall zum Einsatz, die Längeren braucht man, wo der Bogen mit den inneren Versteifungsstreben verschraubt wird.

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Denn alle Teile teilen sich diese eine Schraube Es sind 4 Teile, die  an diesem einen Punkt zusammen kommen. 1.: Seitlichen und oberen Bogen mit einander verbinden,

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2.: Die Waagerechte Aussteifungsstrebe  zwischen den Rundbogen einfügen und dann 3.: Die lange Auststeifungsstrebe, die von unten nach oben verläuft, drauf setzen und verschrauben.

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Teile, die angewinkelt verschraubt werden, haben diese Ausfräsungen mit den “Öhrchen”. Die sind aber nicht im richtigen Winkel. Damit sie sich besser einpassen lassen, habe ich sie mit der Zange in den richtigen Winkel gebogen.

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Ergebnis Tag 2: Das ganze Geschraube dieser Gestänge erinnert mich ein bisschen an den Mettalbaukasten, den wir als Kinder hatten. War doch nicht ganz umsonst. 🙂 Das Gerüst steht jetzt sicher allein, hinten fehlt noch das Schlussteil und die Türen fehlen auch noch. Weiter geht es an Tag 3.

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2 Comments

  1. O je, o je – da hätte ich schon nach kürzester Zeit aufgegeben. Da kann ich dich wieder nur bewundern, wie du das geschafft hast!!!

  2. Wow – das klingt echt nach einer Menge Arbeit. Ich hätte auch gerne ein Gewächshaus und hab mich bisher aus Kostengründen auch nur über die Alu/Plastik-Modelle informiert. Wie bist du denn auf dieses Rundbogenhaus gekommen und wie hoch ist ca. der Preis?

    Liebe Grüße, Kati

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