Monilia-Spitzendürre am Mandelbäumchen

Mein Mandelbäumchen hat Monilia. Bisher kannte ich das nur an Sauerkirschen. Aber es überrascht mich nicht, dass es auch beim Mandelbäumchen vorkommen kann, schließlich ist das alles eine Familie.

Ich hatte mir im Herbst und dem ganz frühen Frühjahr sehr viel Mühe gegeben alle Fruchtmumien von den Apfelbäumen zu sammeln, um die Wiederansteckung zu vermeiden. Bei der Süßkirsche hingen auch ein paar Fruchtmumien, aber ich kam da einfach nicht ran.

Woher kommt nun der Befall? Vielleicht von alten, bereits früher angesteckten Ästen, die nicht entfernt wurden? Die Spitzendürre sieht ziehmlich unansehnlich aus und fällt eigentlich sofort ins Auge, weil die schönen Äste, die vor Kurzem noch blühten, auf einmal welken und absterben.

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In den Büchern steht, die Infektion findet über die Blüten statt. Wenn es während der Blütezeit kühl und regnerisch ist,  dringen die Sporen über die Blüten ein. Das Einzige (abgesehen von Fungiziden ), dass man nach dem Befall tun kann, ist das Zurückschneiden bis ins gesunde Holz. Das ist im Vorzeitraum nicht geschehen. Beim Schneiden habe ich lauter abgestorbene, einjährige Äste aus dem Vorjahr gesehen.

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Beim Querschnitt durch den Ast sieht man den Schaden am Kernholz, den der Pilz angerichtet hat. Das sieht man auch bei anderen Pilzen wie Obstbaumkrebs, die das Holz befallen. Man muss soweit zurückschneiden, bis es diese Stellen im Holz nicht mehr gibt.

Bei dem Mandelbäumchen kann man auch einfach runterschneiden bis auf den Boden oder bis auf den mehrjährigen Ast, denn es blüht am einjährigen Holz. Man beraubt sich dadurch also nicht der Blütenpracht im nächsten Jahr. Eher im Gegenteil. Denn wenn man regelmäßig alte Äste raus schneidet verjüngt man den Busch und er wird auch besser belüftet. Das ist gut gegen Pilzbefall, wie Monilia, denn die Blüten und Blätter trocknen schneller ab. Weniger Feuchtigkeit, bedeutet auch weniger Nährboden für Pilze.

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Viele der mehrjährigen  Äste, die ich ausgeschnitten habe, hatten diese “Platzwunden”. Ich habe noch nicht rausgefunden, was die Ursache dafür ist oder ob das normal ist bei dieser Art. Ich habe das Gefühl, dass es nicht gut oder nicht normal ist, bin mir aber noch nicht sicher, ob das etwas mit der Wasserversorgung zu tun hat oder ob die Ursache eine Krankheit ist. Ich werde das noch beobachten. Grundsätzlich sind Wunden immer Einfallstore für Erreger, deswegen sehe ich das mit Sorge.

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Also ich muss schon sagen, es ist ordentlich was ab gekommen. Das hatte ich eigentlich gar nicht so erwartet. Diese Abfälle sind bei mir als  “biohazard” eingestuft. Sie sind eine Ansteckungsgefahr für alle anderen infizierbaren Sorten und die Ursprungspflanze. Deshalb kommen sie nicht auf den Kompost.  Sie müssen mit dem Müll entsorgt oder verbrannt werden, wenn einem das möglich ist. Mir ist das nicht möglich. Wenn man an pilzbefallenem Gehölz arbeitet, schadet es auch nicht vor dem Wechsel auf ein Anderes die Schnittflächen der Werkzeuge zu desinfizieren.

Und jetzt das schöne: Die Maiglöckchen blühen unter dem Mandelbaum, der auf der schattigeren Seite steht und sie haben das Abnehmen der oberen Bodenschicht dort gut überlebt.

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3 Comments

  1. Also im Garten meiner Mutter gab es ein Mandelbäumchen und eine Sauerkirsche. Der Mandelstrauch ging irgendwann Anfang der 80er ein – wohl wegen dem ständigen Monilia-Rückschnitt. Die auerkirsche wurde auch ständig deswegen beschnitten. Und fast hätten wir den alten Baum dadurch kaputt geschnitten …

    In unserem Garten in Hannover hatten wir eine wohl noch ältere und wesentlich höhere Sauerkirsche übernommen. Und da fing ich wegen der Monilia auch an wie wild zu schneiden. Dadurch sah sie ebenfalls von Jahr zu Jahr schlechter aus. Irgendwann unterblieb es, und ich ließ es darauf ankommen. Seitdem gesundet sie. Zwar gibt es immer mal ein paar unschöne Zweige oder auch mal absterbende Äste, aber es bleibt trotzdem genug Holz. Und auch bei meiner Mutter lassen wir sie jetzt einfach wachsen.
    Ich vemute, dass bestimmte Zierkirschen und Mandelbäumchen im Garten mehr Schaden anrichten. Die hatte ich früher nämlich auch im Garten. Doch die waren recht schnell von Monilia befallen und sind dann auch bald eingegangen, da ich sie ständig beschnitten hatte …
    Manche Gartentipps sollte man wohl lieber mit Vorsicht betrachten und überprüfen, ob sie für den eigen Garten wirklich geeignet sind 😉
    So, für heute habe ich hier genug gestöbert. Aber es macht wirklich Spass sich hier festzulesen!
    VG Silke

    • sas

      Mai 26, 2016 at 9:00 pm

      Hey Silke,
      klar kann man es übetreiben, aber wenn du dir die Bilder vom Rundgang April 2016 angesehen hast, kannst du sehen, dass es der Kirsche sehr gut getan hat. Schnittfehler sind genauso schlimm, wie zu wenig Pflege. Man muss das ausbalanieren, klar. Sauerkirschen sind auch einfach enorm anfällig. Wenn ich nicht eine da gehabt hätte, ich würde keine anbauen. Sauerkirschen muss man grundsätzlich immer wieder schneiden, wegen der Verkahlung der Fruchtruten. Wenn man mit der Pflege nicht so hinter her hängt, weil man einen vernachlässigten Baum übernommen hat oder so, knipst man wegen der Monilia einfach nur noch die Blütenbüschel ab, die befallen wurden, oder die Triebspitze. Das ist für den Baum kein merklicher Verlust an Stoffwechselmasse.

      lg

      • Also wie schon geschrieben, unsere Bäume haben sich erstaunlich gut erholt, als wir sie endlich in Ruhe gelassen haben. Und Ertrag haben sie trotzdem- nur kommen wir kaum dran 😉 Aber rückblickend waren die letzen 3 oder 4 Sommer auch ganz anders als die davor. Ich kann mir auch vorstellen, dass das Wetter da auch einigen Einfluss darauf hat.
        Bei uns, bei meiner Mutter und in den Nachbargärten sterben nämlich von Jahr zu Jahr auch immer mehr Äste an alten Apfelbäumen ab. Entweder kommen jetzt alle in ein schwieriges Alter oder die teils sehr langen Trockenzeiten machen ihnen zu schaffen, während es den Kirschen eventuell hilft …
        VG Silke

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