Seit Ich meine E-Säge habe habe ich mir meine Apfelbäume  vorgenommen. Die haben einen Instandhaltungsrückstau. Die Einen haben es nötiger als die Anderen. Ein Vorher/ Nachher:

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Vorher: Die Landberger Renette, Es gibt zu viele Steiltriebe nach einem Schnitt der Leitäste vor ein paar Jahren. Die Triebe stehen ebenfalls zu eng und zu steil. Der unterste Leitast ist krank.

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Danach: Der Untere Leitast wurde bis in den gesunden Bereich zurück geschnitten. Das war ein massiver Eingriff. Der Rest des Leitastes wird ernährt durch den Seitenast der hinter der Schnittstelle in Richtung Betrachter abgeht.Gäbe s dieses Seitenast nicht, hätte der ganze Leitast ab gemusst. Es wurde weiter nach innen Wachsendes , Kreuzendes und zu Dichtes heraus geschnitten. Die Holzscheite, die dran hängen,  erkläre ich im nächsten Bild.

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Der Baum wird mit Hilfe der Holzscheite “erzogen”. Die Äste, an die ich mich gemacht habe, sind einstige, nun mehrjährige Schosser. Sie haben sich schon verzweigt, aber stehen noch zu steil oder wachsen nicht in die gewünschte Richtung, weil sie auf Grund von Lichtmangel anderen Ästen ausgewichen sind. Die störenden Äste sind weg und nun ist Platz.  Den Wuchs kann ich korrigieren, weil die Äste noch nicht ganz unbiegsam geworden sind. Und das erziehen geht so:

Die zu steilen Äste sollen auf einen Winkel von 45 Grad runter kommen. Das ist gut für den Lichteinfall und die Äste gehen vom Längenwachstum mehr ins Früchte ansetzen über. Dazu sind die ausgewählten Äste mit den Holzscheiten beschwert. Das Gewicht ist so bemessen, dass sich Äste im Ganzen nur langsam senken über einen längeren Zeitraum. Und nicht wie eine Bogenlampe überhängen. Die kurzen roten Pfeile zeigen, wo das Gewicht befestigt ist. Die langen roten Pfeile zeigen die Richtung des Gewichtes, die grünen Pfeile zeigen die Richtung, in der sich die Äste neigen werden.

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Korrektur der Wuchsrichtung horizontal durch Anbinden.

Dieser Ast steht zu sehr nach links, zu dicht zu den Anderen, zwischen den beiden Leitästen gibt es eine Lücke in bester Sonnenlage (wenn sie denn scheint), die nicht genutzt wird. Hier hin soll der Ast erzogen werden.  Ich binde also den relativ jungen Ast an dem Ende des rechten Leitastes fest. Dieser ist schon ausgehährtet und unnachgiebig wird dadurch kaum beeinflusst. Die grüne gestrichelte Linie zeigt, wie der Ast vor dem Anbinden stand.

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Gleiches Prinzip hier an einem zweiten Ast. Der Baum, der am wenigsten Fürsorge brauchte, ist der Jacob Lebel. Die Wuchsform ist wunderbar. An ihm wurde nicht radikal geschnitten und nicht falsch gemacht. Nur etwas ausdünnen musste ich (siehe Bild unten). Natürlich habe ich an den anderen Seiten des Baumes auch etwas weg genommen, aber ich kann es auf dem Bild nicht mehr erkennen und einzeichnen und auf der linken Seite war es auch am Meisten.

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Der Baum, der es am Nötigsten hat, sieht trotz der vielen Arbeit daran immer noch schrecklich aus, aber man kann durch einen Arbeitsschritt nicht die falsche Behandlung von Jahren wieder ausgleichen. Das wird noch sehr lange dauern.

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Hier der Holsteiner Cox vor dem Auslichtungsschnitt: Nach einem Radikalschnitt vor meiner Zeit hat er extrem viele Wasserschosser geschoben. Diese wurden im entsprechenden Jahr und darauf nicht entfernt. Alles steht total eng. Innen kommt nicht genug Luft und Licht an. Auch zuvor wurde falsch geschnitten, so dass das Holz Quirle bildet und die Äste ganz ungünstig wachsen. Auch weil der Baum zu dicht an den Fliederbäumen steht und ins Licht flieht. Ein guter Kronenaufbau war und ist so sehr erschwert.

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Nach 3 Schnitten, Sommer 2015, Sommer 2016 und jetzt. Gefühlt 2/3 der Wasserschosser sind raus geschnitten. Ich habe versucht sinnvolle Astverläufe wieder her zu stellen. Aber die Basis auf der ich nur aufbauen kann ist schwierig. Es gibt auch zu viele Leitäste. Ich kann aber jetzt nicht mehr rausnehmen. Ich muss erst mal abwarten, wie er jetzt reagiert.

Und nun, oh Graus, nach all meinen Mühen an diesem angegriffenen Sauerkirschbaum: Ein Baumpilz! Ich recherchiere also was das für einer sein könnte. Wer kennt sich schon damit aus….Ich denke nach der Recherche es ist ein Pflaumen-Feuerschwamm (Phellinus tuberculosus). Und ich lese darüber weiter Folgendes:

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Das Entfernen dieser Baum­pilz­frucht­kör­per hilft den Obstgehölzen aller­dings nicht. Auch ein großzügiges Herausschneiden der Schwämme aus dem Stamm oder den Ästen wird die Bäume nicht von dem Pilzbefall befreien.

Der eigentliche Pilz hat das Holz der Bäume schon mit seinem Myzel durchzogen und zum Teil auch bereits zersetzt, was an morschen Holzpartien zu erkennen ist. Es bleibt daher nichts anderes übrig, als abzuwarten. Immerhin gibt es genügend Beispiele, die zeigen, dass Bäume mit solch einem Pilzbefall des Holzes noch viele Jahre leben und sogar Frucht bringen können.

Quelle: https://www.gartenfreunde.de/gartenpraxis/pflanzenschutz/krankheiten/obstbaeume-baumpilze/

Ich kann also nichts tun 🙁 Aber ich denke, ich weiß, wie es dazu kam. An dem Baum wurde auch falsch rum geschnippelt und es wurden von Leitästen Stummel stehen gelassen. Die sind dann abgestorben, weil sie nicht mehr versorgt wurden. Totes Holz wird zersetzt und lädt Zersetzer ein. Totholz muss muss raus, wenn die Bäume gesund bleiben sollen. Deshalb keine Stummel stehen lassen!

Wenigsten habe ich heute das erste Blümchen des Jahres entdeckt. Meine Christrosen haben nämlich nicht geblüht.

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