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Auswirkung von Lichtverschmutzung auf das Insektensterben und das Ökosystem

Neulich habe ich einen sehr interessanten Beitrag vom NABU über die Auswirkungen der Lichtverschmutzung  in den Händen gehalten und ich fand  ihn so aufschlussreich und wichtig, dass ich zu seiner Verbreitung beitragen möchte. Leider gibt es de Beitrag in dieser Komplexität nicht online, weswegen ich nicht einfach einen Link posten kann. Ich wollte dann wissen, was das genau für Studien waren, auf die sich bezogen wurde und so ist der Beitrag doch umfangreicher geworden, als der Originalartikel, der mich so interessierte.

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Der Mensch ist ein tagaktives Wesen und deshalb macht er gerne auch die Nacht zum Tag. Licht wird oft ( vielleicht sogar noch öfter unbewusst) als Symbol für Wohlstand, Fortschritt und Urbanität wahrgenommen und irgendwie ist man doch auch ein bisschen zufrieden mit sich, dass  man es sich leisten kann. Licht gibt uns Sicherheit im Dunkel der Nacht, wo Gefahren auf uns lauern. Aber für viele Tiere, insbesondere Insekten, wird das Licht zur Gefahr.

Die Mehrheit der Insekten ist nachtaktiv. Laut NABU sterben geschätzte 1 Milliarden Insekten in jeder Sommernacht an Deutschlands Lampen. Sie verbrennen an heißen Oberflächen und flattern bis zur Erschöpfung im Kreis. Die nächtliche Straßenlampe ist wie ein Staubsauger, der die Insekten aus dem Ökosystem absaugt. Aber auch wenn die Insekten nicht den direkten Tod finden, hat die Beleuchtung Einfluss auf ihren Rückgang. So hat zum Beispiel eine aktuelle Studie aus Großbritannien, die die Auswirkung von Lichtverschmutzung auf Nachtfalter untersuchte,  festgestellt, dass die Fortpflanzungsfähigkeit der untersuchten Insekten beeinträchtigt wird.

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Gärtnern auf La Gomera – Bananen

Entgegen meiner Ankündigung musste ich die offenen Themen in mehr als einen Beitrag aufteilen, das Kapitel Bananen ist zu umfangreich. Also heute gibt’s nur Bananen:-).

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Die Zwergbanane, niedlich.

Portugiesische Seefahrer brachten die Banane im 16. Jahrhundert auf die Kanaren. Ihre wirtschaftliche Bedeutung erlang sie aber erst im 19 Jahrhundert mit der Einführung einer robusteren, wenig krankheitsanfälligen Zwergbanane durch den französischen Konsul Sabin Berthelot. Die Früchte entwickelten sich rasch zu einem begehrten Handelsobjekt. England und Frankreich wurden zu den Hauptabnehmern der kanarischen Banane.

Auch La Gomera profitierte von dem Aufschwung durch die Banane, die aber nur einer kleinen Oberschicht zu Gute kam.  Ihren Wohlstand investierten sie wie wo anders auch üblich in herrschaftliche Häuser und in Kirch,en, was man hier und da in den Hochburgen Hermigua, Agulo, Playa de Santiagio, Vallehermoso und San Sebastian noch sehen kann.

IMG_1586 In den 1930iger Jahren ging die Nachfrage aus England und Frankreich zurück, weil diese durch ihre afrikanischen und mittelamerikanischen Kolonien selbst Bananen anbauen konnten. Die Bananen blieben aber noch das wichtigste Exportgut. Ab den 1950 igern verdrängten billiger produzierte Bananen aus Südamerika die kanarische Banane endgültig vom europäischen Markt. Deshalb erließ Spanien 1972 ein Gesetz, dass die Einfuhr von ausländischen Bananen verbot, so dass die kanarischen Bananen wenigstens das Mutterland als Absatzmarkt hatten.

IMG_1587Die Bananen-blüte,ein Wesen von einem anderen Stern. Die Blüte besteht aus den lila Deckblättern, die sie Staubgefäße schützen. Die Banane bestäubt sich sich selbst. Wenn die lila Blätter braun werden, werden sie nach und nach abgeschnitten. Nach dem kompletten “Abblühen”, wird die Hauptblüte unterhalb der letzten Bananen abgeschnitten. Einige Bananenzüchter, besonders die Professionellen, schneiden auch die verdorrten Zipfelchen an den Bananen ab, weil das gleiche passieren kann, wie bei Zucchinis. Die Frucht kann von der Blüte her anfange zu faulen.

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Gärtnern auf La Gomera- Teil 1

Während wir in Deutschland bei griesegrauen Winterwetter und Sturmtiefs  den Winterdepressionen frönen und den Frühling herbei sehnen, läuft für Flora und Fauna auf La Gomera die Endlosschleife des ewigen Sommers. Und ich darf dabei sein!

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Mein Dorf, hier kommt man nur zu Fuß rauf, 130 Treppenstufen von der Straße aus.

Mein Gärtnerherz schlägt auch im Urlaub unermüdlich und so kann ich nirgends hin reisen, ohne mich nach dem Gärtnern zu sehen, und über fremde Gartenzäune zu schielen, um zu erforschen was und wie sie es machen.

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Mein Lieblingsgarten im  mittleren  Valle. In dieser Talsohle hier läuft immer ein Bächle durch, dass je nach Jahreszeit mal mehr mal weniger anschwillt. Alles Wasser von den höheren Terrassen und dem Barranco  läuft schließlich hier hin. Es scheint auch windgeschützter zu sein. In dieser Lage gibt es so gut wie keinen Leerstand.

La Gomera ist in dieser Hinsicht sehr spannend, weil es ganz anders ist als unsere  mitteleuropäische Gartenkultur und deshalb möchte ich Jeden, der mag, ein wenig teilhaben lassen an meiner Horizonterweiterung.

La Gomera ist eine Vulkaninsel, die zweitkleinste Insel der Kanaren, fast kreisrund und an der höchsten Stelle 1.487m hoch. (Natürlich war ich schon mal dort, um runter zu gucken). Von diesem höchsten Gipfel ziehen sich steile Bergkämme hinunter bis sie den Meeresspiegel erreichen.

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Dazwischen liegen teilweise tiefe Schluchten, (durch die dann und wann niederschlagsbedingt im Winterhalbjahr Sturzbäche  schießen können) sowie Täler und Hochplateaus.  Hier und da plätschern dauerhaft Bächlein durch die die Barrancos (Schluchten und Talsohlen) und es gibt Quellen und sogar Wasserfälle.

Um hier gärtnern zu können schufen die Gomeros, wie viele andere Kulturen mit ähnlichen Voraussetzungen, Terrassen an den Berghängen um die Flächen nutzbar zu machen.  Eine unglaubliche Leistung. Viele dieser Terrassen liegen heute brach, weil es einfach zu aufwendig und mühsam ist, es wirtschaftlich nicht mehr lohnt (Bananen) oder nicht mehr der wirtschaftliche Zwang besteht. Auch hier ist Selbstversorgung nicht mehr der Standard und die Banane im Supermercato kommt schon mal aus Teneriffa.

Bildergebnis für valle de hermigua

Welche Terrasse in Benutzung bleibt, scheint die Lage zu bestimmen: Ortsnah, gut erreichbar, nicht zu steil gelegen scheinen mir die Kriterien zu sein. Am beliebtesten sind am und um den Ort und in der Talsohle.

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Winchelsea, für mich das schönste Dorf in East-Sussex

Rückblick Gartenreise England 2017:

Winchelsea ist eine kleine Stadt in der ländlich geprägten Grafschaft East Sussex, zwischen dem in vorigen Posts über die England-Gartenreise erwähnten High Weald und der Romney Marsh, etwa 3,2 km südwestlich von Rye. Es hat heutzutage  580 Einwohner in 278 Häusern.

DSC_0542Und warum ist es für mich das schönste Dorf der ganzen Gegend? Das Dorf dicht bei dicht auf die Spitze des Hügels gebaut. Es ist so klein und die Straßen sind so schmal und wenig befahren, dass man überhall hin lieber zu Fuß gehen möchte. Es ist schachbrettartig geplant mit dem Kirchplatz und Friedhof in der Mitte, was das Dorf sehr überschaubar macht und den Eindruck einer funktionierenden Dorfgemeinschaft macht. Die Häuser sind alt und mutzelig, aber liebevoll restauriert und gepflegt.  Es ist fast kitschig englisch, im meinen Kopf laufen sogleich Bilder von fahrradfahrende Vikaren, Miss Marple und dem Dr. und das liebe Vieh. Der Friedhof erinnert mich an Godric’s Hollow aus Harry Potter.

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Wer genau hinsieht, erkennt dass auch hier die Kletterrosen “trained”sind. Sie wurden in besonderer Weise beschnitten und in Form an die Wand gelegt, um die Blühfreude zu steigern. Wie das gemacht wird habe ich im Post über den Sissinghurst Rose Garden beschrieben.

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Bäumchen Adé

In der kalten Jahreszeit, wenn der Garten ruht und die Pflanzen sich zurück ziehen, mache ich immer die Sachen, die mit Zerstörung  der Umgebung einhergehen, denn dann ist die Auswirkung auf den Garten am geringsten.

So habe ich nicht nur den Schuppen abreißen lassen, sondern auch die Ahornsämlinge aus der Hecke entfernen lassen.  Die sind in den letzten Jahren zu richtigen Bäumchen geworden und haben die alte Sauerkirsche jetzt an Höhe überholt. Ich mochte den Sichtschutz, aber sie wurden immer mehr zur Konkurrenz und sie stören die Nutzung der Ecke, die durch den Abriss frei geworden ist. Sie fangen die ganze Nachmittagssonne ab, die einzige Sonne, die dort hin fällt. Jetzt sind sie noch klein genug, dass es nicht so viel kostet.

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Hier sieht man alles noch mal zusammen: Links die Kirsche, rechts die Ahörner und in Vordergrund der Schuppen, der jetzt schon weg ist.

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Vor ein paar Jahre, als der Garten noch der alten Frau gehörte, wurde die Hecke von einem Dienstleister runter geschnitten.  Der Schnitt, so wie es aussieht , auch die Ahörner ab. An der Stelle sind sie dann mehrfach ausgetrieben und man sieht, was das für Stämme geworden sind. Man dieses Zeug wächst wirklich schnell. Deshalb habe ich auch gleich die Stubbenfräse kommen lassen, damit auch gar nichts wieder kommt.

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Die letzte Ernte 2017

Mitte Dezember habe ich die letzten Ernten vor dem Frost eingeholt, den Rotkohl (aber nicht alles, mal gucken, was er aushält) und den Sellerie und die letzten Beete aufbewahrtem Laub aus Laubsäcken abgedeckt.

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Ich war mit den geernteten Köpfen, doch ganz zufrieden, sie standen ja zu schattig und wollten nicht richtig an Masse zulegen. Und ich war sehr überrascht, wie schwer die Köpfe waren,im Vergleich zu ihrer Größe. Beim Weißkohl war es genau anders rum. Der Rotkohl scheint dichter gewickelt zu sein. Und wegen des überraschenden Gewichtes habe ich die Köpfe mal gewogen, nur um zu wissen, was ich da fühle.

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Der letzte große Abriss

Es ist vollbracht, oder besser es wurde vollbracht, denn diesen Kraftakt wollte ich nicht selbst vollbringen: Ich habe den letzten verbliebenen Schuppen abreißen lassen, meine letzte Auflage von der Übernahme. Häkchen dran.

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Aber kaum ist das Eine erledigt, schreit schon die nächste Handlungsaufforderung. Dieses nicht verputzte Wandstück tut mir in den Augen weh. Und auf einmal ist so unfassbar viel Fläche frei. 4,50 x2 Meter war dieser Schuppen groß und er war ein schöner Sichtschutz, wenn auch nicht schön, sowohl zur Straße, als auch zum Nachbarn. Vorher sah es so aus ( Bild 1) und jetzt so Bild 2).

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Das erste Bild ist übrigens vor dem Auslichtungsschnitt an der Kirsche diesen Spätsommer gemacht worden. Man kann den Unterschied wirklich gut erkennen.

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Rückblick Gartenreise England: Sissinghurst White Garden

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Magisches Weiß und geometrisches Grün: Der White Garden

Der beliebteste und berühmteste Garten ist der romantische „White Garden“ , ein perfektes Beispiel für die Wechselwirkung  zwischen sachlicher und sinnlicher Gartengestaltung.

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Hier sieht man den Pavillion mit der berühmten Rosa Mulliganii. Es gibt eine deutsche Firma, die einem den Pavillon für schlappe 9200 Euro nachbaut: Quadratischer Grundriss 500 x 500 cm. Gesamthöhe 350 cm in der Spitze. Gewicht ca. 480 kg.

Rambler Rose "Rosa mulliganii" flowers

Rambler Rose “Rosa mulliganii”

Diese riesige Ramblerrose ist einer der größten Kletterer, die in unseren Regionen gedeihen und benötigt entsprechend viel Platz. Sie produziert kleine weiße Blüten in riesigen, breitflächigen Dolden mit bis zu 150 einzelnen Blüten. Die Blüte erscheint spät in der Saison, und im Herbst folgen dann kleine orangerote Hagebutten. Das fast immergrüne Laub ist fein und glänzend und hat sieben Fiederblätter. ‘Rosa Mulliganii’ ist eine der massivsten, Bäume überwuchernden Kletterrosen. Eignet sich auch zum Überwuchern von Gebäuden und anderer großer, massiver Rankgerüste.

Quelle: Züchterbeschreibung

Die Ramblerrose  blüht erst im Juli und so konnten wir sie leider nur kurz vor der Blüte sehen. So sehen die Blüten aus.

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Gartenrundgang Ende November: Rosen, Gemüse, Mulchen, Frostschutz

Am 18.11. wurde das Wasser abgestellt und ich war nicht da. Das Prozedere ist so: Der Wasserwart stellt die Hauptwasserleitung ab, welche auf meinem Grundstück ist. Jeder stellt wann er lustig ist seinen Wasseranschluss ab und teilt dem Wasserwart seinen Zählerstand mit. Dem wollte ich mich nun widmen und wurde von diesem Anblick überrascht:

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Alles steht 40 cm hoch unter Wasser. Ich komme nicht an die Hähne, nicht an das Entlüftungsventil, nicht an den Zähler. Ich dachte zunächst etwas sei vielleicht kaputt gegangen und Wasser sei in meiner Grube ausgetreten und deshalb warf ich zum Vergleich auch  einen Blick in den Schacht vom Hauptwasseranschluss:

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Uh, schlimm! Also ich schließe aus dem Anblick,dass es das Grundwasser ist, dass sich durch die Wände drückt. Wie hat der Wasserwart da nur Wasser abstellen können ? Er muss eine Tauchpumpe benutzt haben. Ich habe keine Tauchpumpe. Und auf weiter Flur, bin ich die Einzige im Garten. Ich kann mir deswegen auch keine leihen. Ich muss es nun mit der Hand ausschöpfen.

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Sissinghurst Teil 1:

Der Rosengarten- Rückblick Gartenreise England

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“Es machte sie berühmt und vermutlich auch glücklich: Sissinghurst, das gärtnerische Lebenswerk der Schriftstellerin Vita Sackwille-West. Die verschachtelte idyllische Gartenlandschaft in Südengland gilt unter Gartenfans als das schönste Beispiel für moderne britische Gartenkunst. Märchenhaft idyllisch und ein Sehnsuchtsort für jeden Gartenfan. Sissinghurst, der berühmteste Garten der englischen Gartengeschichte, den die Schriftstellerin Vita Sackville-West in den 1930ern zusammen mit ihrem Mann Harold Nicolson anlegte.

Rund um die Gebäude von Sissinghurst Castle in der Grafschaft Kent gruppieren sich zehn verschiedene Garten-„Räume“, die mit ihrer kreativen Vielfalt jedes Jahr 190.000 Besucher faszinieren und verzaubern.”

Quelle: http://luxus.welt.de/travel/orte-touren/schlossgarten-mit-cottage-flair

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Auf dieser Mauerkrone wachsen eine weiße und violettfarbene Wisterie. Schade, dass ich die Blüte verpasst habe.

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