Rundgang Gemüsegarten Ende August

Mein Blumenkohl ist ein Desaster. Brokkoli ist irgendwie einfach und Blumenkohl nicht. Ich weiß nicht was ich falsch gemacht habe. Erst sah er so aus:

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Lächerlich klein und nicht fest und kompakt und 14 Tage später sah er so aus:

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Spacig, durchaus dekorativ aber perdu. Ein bisschen wie Meerlavendel. Und obwohl ich kein sichtbares Problem mit Kohlweißlingen habe, sind meine Blätter zerfressen. Und nach ein bisschen Inspizieren reift die Erkenntnis, dass diese Nacktschnecken alles essen. Auch die nachgesähten Bohnen, Rittersporn, Fingerhut.

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Dem Brokkoli hier geht es dagegen gut, den anderen umgesetzten jedoch nicht. Die haben gar keine Triebspitze aus der sich ein Brokkoli entwickeln könnte. Vielleicht auch weg geschneckt? Ich kann’s mir nicht erklären. Als Ausgleich für diese Kohlverluste werde ich eine Menge Rosenkohl ernten könnten. Meine Tiefkühltruhe freut sich schon. Es lassen sich ja nicht alle Gemüse gut mit Einfrieren lagern Rosenkohl aber schon.

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Es fliegen zwar immer wieder Kohlweißlinge rum, so gut wie die Einzigen Schmetterlinge, die ich sehe, aber es tut den Kohlsorten bisher keinen Abbruch. Vielleicht kommt das erst später im Jahr?

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Ganz ausgezeichnet sind dieses Jahr die Rote Beeten. Genug Wasser, genug Sonne und genug Platz. Ich freue mich auf die Ernte. Zudem sind die auch noch so dekorativ. Überall, wo Platz war habe ich beim Pikieren Pflanzen hin umgesetzt. Auf dem Zweiten Bild sieht man Knoblauch blühen. Da wo ich Erdbeeren raus genommen habe, habe ich auch Rote Beeten in die Lücken gefüllt.

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Hier wächst neben den roten Beeten ausgesähter Basilikum. Der hatte sich am Anfang sehr schwer getan, ist dann aber doch noch geworden. Den werde ich auch bald ernten und einfrieren.

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Möhrchen sind auch prächtig. Liegt vielleicht an der Sorte oder der Reihensaat- im Gegensatz zum letzten Jahr, wo ich breitwürfig gesäht habe. Große, dicke, lange Wurzeln. Wenn links und rechts schon was wächst, geht der Weg halt nur nach unten. Überall wächst Tagetes. Die hat sich vom Vorjahr selbst augesäht..

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Das hier sind meine Buschbohnen, zweireihig gesäht auf 1-1,20 Meter Länge. Es ist unglaublich, was diese kleine Reihe für einen Ertrag bringt. Alle Paar Tage muss ich durch und friere dann um die 2 Kilo ein. Meine Fläche ist anfällig für Spinnmilben, aber sie halten sich und rappeln sich bisher immer wieder auf, das könnte an den regelmäßigen Regengüssen liegen. Immer wenn die Luft trocken-heiß ist, gehts Berg ab mit den Bohnen.

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Im Kosten-Nutzen-Ranking ist diese Buschbohne mein diesjähriger Gewinner. Die Erbsen sind schon ein mal nachgesät und tragen schon wieder. Die Kartoffeln sind abgeerntet und im Kartoffelkeller. Die Ernte war nicht so erquicklich, aber waren ja auch keine Saatkartoffeln Sie hatten Braunfäule, weswegen das Kraut vorzeitig abgestorben ist. Ein großer Unterschied zwischen den Sorten habe ich weder in Wachstum noch Ernte gesehen.

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Ganz schlecht läuft es schon das ganze Jahr mit Spinat. Ich weiß nicht was schief läuft aber er geht vom Babystadium direkt in die Blühte über. Er ist winzig klein und hat kein Blättchen übrig, dass ich ernten könnte. Werde ich nicht mehr anbauen. Vielleicht ist die Fläche nicht die Richtige. Zu sonnnig, zu heiß, zu trocken. Wer weiß. Jetzt habe ich eine Raukenart gesät.

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Die Tomaten auf dem normalen Beet sind etwas spärlich, aber das liegt wohl an der Nährstoffdichte im Boden. Sie sind etwas hinterher im Vergleich zu denen auf dem Gewächshausbeet. Da konnte ich schon ernten. Die im Gemüsegarten noch nicht. Dafür sind sie ziemlich gesund.

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Was das für ein Schadbild ist, würde ich auch gerne wissen: Wer eine Ahnung hat, darf mich gerne aufklären.

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Die Johannesbeer-Tomate ist reich behangen und reift auch, aber sie ist schwer gebeutelt von Braunfäule. Dort steht sie zu eng neben der Zucchini und wurde immer von oben beregnet.

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Mit den Gurken ist es in den letzten zwei Wochen rasant Berg ab gegangen. Ich würde sagen das Gurkenmosaikvirus hat wieder zu geschlagen. Das war vorletztes Jahr wesentlich früher und meine Ernte war sehr reichlich. Ich habe viel verschenken müssen. Deshalb bin ich trotzdem sehr zufrieden.

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Die Zucchinis kämpfen wie immer zu der Jahreszeit mit Mehltau, aber es wird immer noch kräftig produziert. Ich wünschte ich hätte so viele Tomaten wie Zucchinis dies Jahr. Wer will so viel Zucchinis essen? Ich hab den größten Teil bisher eingefroren, aber selbst so weiß ich nicht, ob ich alles aufbrauchen kann. Es ist einfach nicht das leckerste Gemüse.

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Hier sind die Tomaten vom Gewächshausbeet. Auf dem ersten Bild sieht man die Sorte Purple Russian. Tolle Sorte, einziges Manko für mich, dass sie zum Aufplatzen neigen, bei ungleicher Bewässerung, was im Freiland immer gegeben ist.

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Die zweite ist die Koritschnevaja Sliva, ähnlich wie die Sorte Black Plum, ein wenig größer. Die dritte ist High Carotene. Am meisten von Braunfäule betroffen und super lahm, was den Gesschmack angeht. Eine echte Platzverschwendung. Sie trägt sehr reichlich. Aber ohne Geschmack ist das nichts wert, selbst die Tomatensoße aus der Sorte schmeckt lahm, keine Säure, keine Süße. So unerfreulich wie eine holländische Gewächshaustomate.

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Die obere war die eintriebig erzogene High Carotene, unten die, die wuchs wie sie wollte. Schließlich musste ich das Gros der Nebentriebe weg nehmen, wegen einem starken Befall durch Braunfäule zum besser Abtrocknen. Die befallenen Blätter habe ich entfernt. Jetzt ist sie etwas kahl.

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Trotz der Benutzung der gewundenen Tomatenstäbe neigen sich die Tomaten samt Stäben bedenklich zu allen Seiten. Damit sie nicht noch umkippen habe ich sie deshalb mit einer ausgeklügelten Strippenkonstruktion festbinden müssen. Einige sind an Nachbars Zaun festgebunden, andere wieder an einander oder in der Richtung des Gegenzugs mit einem Ziegelstein.

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Noch mal ein Blick über das Ganze und das war es auch schon wieder.

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2 Comments

  1. Hallo Rehim Garten,
    ich weiß nicht, ob ich Dir bei Deinen diversen Gemüse-Problemen helfen kann, aber vuielleicht ist ja der eine oder andere Tip nützlich. Was den Blumenkohl angeht, habe ich mal gelernt, dass man die Blätter zusammenbinden soll, sobald sichdie Blüte zeigt. So bleibt er weiß. Was die Größe angeht, ist das vielleicht eine Frage des Nährstoffangebotes. Ich denke, der zehrt ganz schön. Selbst habe ich nur ein einziges Mal welchen angebaut. Auch meine Köpfe waren ziemlich klein und statt noch zu wachsen, sind sie einfach in kurzer Zeit durchgeschossen, genau wie bei Dir. Ich hätte in zwei Wochen 10 Köpfe verbrauchen müssen, das war selbst mit Familie nicht zu schaffen.

    Das Schadbild an den Tomaten kenne ich nicht. Vielleicht sind das Narben von Hagel oder Starkregen?

    Braunfäule ist ein echtes Problem, wenn man keine Chemie einsetzen will. Bei einem Vortrag zum Bio-Tomaten-Anbau habe ich dieses Jahr gelernt, dass man ruhig alle Blätter abschneiden kann, den Pflanzen geht es trotzdem noch gut. Nun ja, als die Braunfäule kam, habe ich alle auch nur leicht befallenen Blätter abgeschnitten, die Früchte waren ja schon ausgewachsen und reifen jetzt noch aus. In den vergangenen Jahren ging der Braunfäule-Tod vom ersten Anzeichen bis zum absoluten Totalschaden jedenfalls viel viel schneller.

    Eingefrorener Basilikum ist noch zu was zu gebrauchen? Willst Du davon nicht lieber Pesto machen?

    Das Problem mit einem Zucchino-Überangebot habe ich jedes Jahr. Ob Einfrieren im Rohzustand eine gute Lösung ist, wage ich zu bezweifeln. Eingefrorene Gorken sind auch nur bäh …
    Ich lasse statt dessen die Riesen-Zucchinis auswachsen und ausreifen wie Kürbis , dann kann man sie bis Weihnachten und darüberhinaus frostfrei lagern und nach und nach verwenden. Angeschnitten überleben sie im Kühlschrank dann bis zu zwei Wochen und lassen sich ganz unterschiedlich weiter verarbeiten. Ich habe zwei vegane Kuchenrezepte für Zucchini, die lecker sind, einige gute Kochrezepte, ein sehr leckeres Rezept für Kartoffelsalat mit Zucchinies und Möhren ohne Mayonaise, und letztens habe etwas neues ausprobiert. Weil ich noch nicht genug Tomaten hatte, habe ich Zucchini gekocht und zu dünnflüssigem Pürree verarbeitet, dann mit Tomatenmark und den sonst üblichen Zutaten zu Tomatensuppe verarbeitet, die ich als Tagesportionen eingefroren habe. Reine Tomatensuppe schmeckt noch besser, aber es war ein unerwartet guter Ersatz. Das tolle an diesem langweiligen Gemüse ist ja gerade, dass man es so vielseitig einsetzen kann. Aber nach dem Einfrieren geht wahrscheinlich nur noch Suppengrundlage.

    Deine Probleme mit dem Spinat hängen wahrscheinlich mit der (Nicht-)Einhaltung des agrotechnisch günstigsten Zeitpunktes zusammen. Spinat will es nun mal nicht warm haben. Deshalb bestraft er zu späte Aussaat im Frühjahr oder zu frühe Aussaat im Herbst damit, dass er sofort anfängt zu blühen, statt ausreichend Blätter zu bilden. Könnte das Dein Problem sein?

    Was Deine Möhren angeht, so habe ich gelernt, dass sie nur bei ausreichender Wasserversorgung eine starke Wurzel ausbilden. Leiden sie an Wassermangel, so verzweigel sie sich und bilden sie mehrere Wurzeln aus, um zu überleben. Mein Problem waren weniger verzweigte Wurzel, sondern die Maden der Möhrenfliege, deswegen baue ich keine Möhren mehr an. Es freut mich, dass Du dieses Problem offenbar nicht hast.

    Die Braunfäule in Deinen Kartoffeln ist wirklich ärgerlich. Erntet man da überhaupt noch essbare Kartoffeln?

    Mit freundlichen Grüßen

    Karin

    • sas

      Oktober 19, 2016 at 8:57 pm

      Danke für deinen langen Kommentar, hatte ja schon mündlich darauf Bezug genommen, aber freue mich gerade darüber ihn wieder zu lesen. Wie ein alter Brief, den man in einer Kiste aufgehoben hat und beim Aufräumen wieder findet, ungemein verbindend. Danke dass du dich hinsetzt und dir die Mühe machst so schön zu schreiben, ich weiß das absolut zu schätzen!

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