Vorbereitungen zum Mauern: Schneiden der Glass-Bottle-Bricks

Durch die neuen Maße des Dachstuhls haben sich ja Hohlräumen an diversen Stellen gebildet, die geschlossen werden müssen. Ich habe ausgerechnet wie teuer das wäre, wenn wir für die Fläche Ziegel kaufen müssten. Die Ziegel, die ich gesammelt habe werden nicht nähmlich nicht reichen.Das würde ganz schön teuer werden. Zudem ist das Mehr an Licht, dass wir mit den Lücken zwischen Wand und Dach haben uns lieb geworden und wir haben überlegt, wie man Kosten senken und Licht erhalten kann.

So kamen wir auf Glass-Bottle-Bricks. Sie werden aus Glasflaschen gebaut und verbaut ähnlich wie Glasbausteine, nur dass sie rund sind und viel organischer wirken. Es sieht ein bisschen aus wie Butzenglas. Zudem hat der Glaskörper eine isolierende Wirkung.

Hier ein Beispel:

Quelle: http://besidethestream.com

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Wir haben also den Sommer lang schön Flaschen gesammelt und extra schöne Farben usw. gekauft. Lange haben wir uns mit dem Thema Schneiden der Glasflaschen beschäftigt. Ich habe einen Handglasschneider für Kunsthandwerker gekauft, der nie zum Einsatz kam,  wir haben auch eine spannende Apparatur aus Spanplatten, Multitremel, Rollen und Abstandhalter gebaut, aber das war auch nicht das wahre. Mit dem Handglasschneider ritzt man nur an und erzeugt eine Sollbruchstelle, die man mit Heiß- und Kaltwasserbädern zum Springen bringt. Das ist sehr aufwändig und langwierig und im Garten nicht zu machen. Mit dem Tremel konnten wir Flaschen ganz durchtrennen, aber er brauchte Kühlung, so dass immer einer mit dem Gartenschlauch daneben stehen musste. Das Trennblatt hätte die Menge an Flaschen auch nicht geschafft.

Dann haben wir im Baumarkt einen günstigen elektrischen Fliesenschneider mit Wasserkühlung gefunden und gekauft und damit ging es endlich voran. Das ist auch eine ganz schöne Sauerei gewesen. Die Trennscheibe schleudert das Wasser aus der Kühlung wie ein nasser Fahrradreifen durch die Gegend und man wird mächtig nass und mit Glasstaub und Splittern beworfen. Deshalb wurde hier noch ein Spitzschutz mit der Klappe vom Katzenklo gebaut.

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Die Flaschen müssen für den Glass-Bottle-Brick entzwei geschnitten werden, so dass 2 Böden aufeinander gesetzt werden können. Diese müssen zusammen so lang sein, wie die Mauer mit Putz breit ist. Das feststellbare Zentimetermaß hilft dabei ungemein. Auf der einen Seite wächst der Abfallhaufen, auf der anderen wächst das Lager mit den zukünftigen Baustoffen.

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Die Wasserflaschen machen wenig Arbeit aber die Bier- und Saftflaschen haben eklige, klebrige und schimmlige Ablagerungen an ihren Böden und müssen erst mal ausgewaschen werden. Die Kanten sind aber scharf und haben es sogar durch den Handschuh geschafft, so dass erst  mal ein Flaschenwusel gekauft werden musste.

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Die Flaschenböden werden zum Trocknen in der Sonne geparkt.

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Zurück bleibt ein  zugekeimter Flaschenschneider, voll mit einem Schlamm aus Glasstaub und Splittern. Ebenso die Arbeitsfläche:

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Massen von Flaschenhälsen wandern in den Altglascontainer um die Ecke. Wenn die Glasböden getrocknet sind, werden sie mit Gewebeklebeband verbunden und schließlich verbaut.

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Ebenfalls zur Vorbereitung der Mauerarbeiten wurde ein Deckenbalken entfernt, der ersetzt werden sollte. Es war so ein Rundholz wie die Anderen, aber er war zu kurz. Er wurde mit Brettern verlängert, bis zur Auflage aber er schien uns nicht sicher genug, um dort den Mittelpfosten aufzusetzen. Da er eingemauert war, musste etwas Beton und Mauerwerk mit raus gerissen werden. So entstand eine glatte Auflagefläche für den neuen Balken, den man immer am Rande des Bildes sieht. Er muss noch zurecht gesägt und verankert werden. Im Moment liegt er da nur. In den Blauen Müllsäcken warteten die Flaschenhälse auf ihre Entsorgung.

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6 Comments

  1. das ist ja spannend…davon hatte ich nie etwas gelesen, danke für die ausführliche info.. herzliche grüße und gutes Gelingen ,Wiebke

    • sas

      Oktober 19, 2016 at 8:44 pm

      Danke Wiebke, schön, dass du zu mir gefunden hast. Hab auch mal bei dir reingeguckt.
      Ich kenne die Idee von einer Bewegung zum Nachhaltigen bauen, das Ergebnis nennt sich “Earthship”. Mach mal Bildersuche zu dem Begriff, wenn dich das interessiert.
      lg

  2. Birgid Hartmann

    Oktober 19, 2016 at 2:44 pm

    Raffiniert………………………wie Du das mit den Glasflaschen machst, um aufs richtige Maß zu kommen. Ich bin schon gespannt, wie es mal aussieht.

    • sas

      Oktober 19, 2016 at 8:37 pm

      Hallo Birgid, ich war’s nicht selbst, der sie geschnitten hat, ich war an dem Tag nicht da. Die Idee ist nur von mir. Grobe Maschinen, Gefahr für Leib und Leben…:-)Aber ich hab sie dafür zusammengebaut und mittlerweile auch arrangiert und verbaut. Der Artikel kommt bald.
      lg sas

  3. Hallo Ihr Lieben!
    Ich bin auch ein Fan der Verarbeitung von Flaschen und habe fleissig gesmmelt. Nun habe ich zur Verarbeitung eine grundsätzliche 2
    Fragen. Müssen die Flaschen angerauht werde und welche Mischung hält am besten?
    Ich habe vor ein Gewächshaus zu bauen, weis nur noch nicht so genau, wie ich anfangen werde, aber das findet sich.

    Liebe Grüße
    Gabriele aus Frankreich

    • sas

      März 4, 2017 at 10:19 pm

      Hallo Gabriele,
      was meinst du denn mit angeraut? Wann an welcher Stelle, zu welchem Zweck? Wir haben nichts angeraut, ich wüsste auch nicht, wie man das tun soll. Der Mörtel hält auch so, das Gaffa-Tape auch. Und was meinst du mit Mischung? Welche Art Mörtel vielleicht? Wir haben ganz normalen Putz- und Mauermörtel benutzt. Natürlich haben wir da unseren präferierten gefunden und das aufgrund seiner Konsistenz. Aber den wirst du in Frankreich nicht finden. Es ist die Eigenmarke eines Baumarktes, wenn ich mich recht erinnere. Wichtig ist, dass der Mörtel pastös und nicht zu flüssig ist. Dass lässt sich nicht unbedingt nur durch die Menge an Wasser steuern, mit dem man ihn anrührt. Das hat mit der Kohäsion zu tun und die ist abhängig von den verwendeten Inhaltsstoffen in der Putzmischug.
      Meinst du ein richtiges Gewächshaus oder einen Wintergarten?

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