Vorbereitungen zur Dacherneuerung

Lange haben wir uns den Kopf zerbrochen was wir mit dem Dach des Gartenhauses machen sollen. Es ist kaputt und es muss gemacht werden, aber wer soll es machen, wie teuer wird das, was muss runter, was soll dann wieder drauf. Soll gar  die Konstruktion verändert werden?
Im Februar hatte ich das erste mal einen Kostenvoranschlag machen lassen, weil ich keine Vorstellung davon hatte, was so was kosten kann. Der erste Kostenvoranschlag zog mir die Schuhe aus. In meinen kühnsten träumen wäre ich nicht auf so eine Summe gekommen. Es waren 12.000 Euro, die die Maßnahmen hätten kosten sollen. Nun war es vielleicht auch einfach der Branchenführer in der Ecke, deshalb holte ich mir den nächsten Kostenvoranschlag bei einem Dachdecker aus der Verbandszeitung ein, als ich mich von dem Schock erholt hatte. Dort wären es 4.200 Euro gewesen. Das hörte sich schon humaner an, aber begeistert war ich trotzdem nicht, so dass ich erst mal nichts weiter in der Hinsicht tat, außer denken.

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Beide Dachdecker meinten, dass das Dach auf dem Anbau so flach ist, dass man nicht mit Schindeln o.Ä. decken kann, weil durch die geringe Abflussgeschwindigkeit des Wassers ein Durchsickern entstehen könnte. Das hat mich erst mal geknickt, weil ich mir ein Dach ohne hässliche Dachpappe vorgestellt habe. Mit der alten Dachkonstruktion gibt es keine andere Möglichkeit, also entweder hinnehmen oder Dachkonstruktion ändern. Allerdings ist das Verlegen von Dachpappe, die heiß verklebt wird, keine einfache Sache und der Gedanke überfordert mich.  Deshalb sollen die Dachbalken durchgängig werden, dann ist auch Schluss mit dem Knick, wo jetzt schon eine Sickerstelle ist. Die Zwischendecken sollen heraus genommen werden, damit auch größere Menschen treten können, ohne mit dem Schopf schon die Decke zu streifen. Ich habe die Entwürfe dazu mit einem Bildbearbeitungsprogramm gezeichnet, damit man mal eine Vorstellung hat und auch für den Genehmigungsantrag.

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Ich war sehr nervös als ich den Antrag einreichte, denn ich nahm an, dass so eine Veränderung nicht genehmigt würde. Es gibt ja vielerlei Regeln in der Bauordnung für Gartenlauben nach dem Kleingarten gesetzt. Z.B.: Wie viel Das Dach über das Gebäude überstehen darf usw….. Über externe Stützbalken steht nichts, aber ich dachte es wäre zu funky. Es hat keine Woche gedauert, bis es ohne wenn und aber genehmigt war.

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Das Ergebnis des  Denkprozesses, wie es jetzt gemacht wird, war schließlich folgendes: Mein Mann möchte uns das Geld sparen und es in Eigenarbeit erledigen. Denn die Entsorgung der Dachpappe und des Ethernitdaches als Sondermüll kosten einen Betrieb viel mehr, als eine Privatperson.  Also haben wir uns lange mit den Vorschriften und den Möglichkeiten der Asbestentsorgung beschäftigt. Ein Test im Umweltlabor ergab: Im Dach sind 15% Asbest fest gebunden. Hm… ungünstig. Also volles Programm.
Ich habe Platten Big-Bags bestellt, zum ordnungsgemäßen Verpacken und transportieren der Dachplatten. Ich habe Asbest-Schutzanzüge bestellt. Das war schon schwierig, weil die meisten Angebote von Großhändlern sind. Aber es war unmöglich Schuhüberzieher in der Schutzklasse zu kaufen. Online findet man nur einen Hersteller aus der Schweiz, und wenn ich mal einen deutschen Händler finde, möchte der mir gleich 100 Paar Stiefelchen für einen Batzen Geld verkaufen. Ich verstehe das nicht, wenn ich einen Anzug brauche, brauche ich doch auch Schuhüberzieher, der Staub kann doch überall hin kommen. Völlig bekloppt.

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Feinstaubmasken kaufen wir im Holzhandel. Da haben wir auch ewig nach dem rechten Holz geguckt. Auch die Frage der Dachschalung wurde da geklärt. Es kommen OSB  Dachplatten drauf. Darauf kommt dann der tatsächliche Dachbelag. Dieser soll aus Bitumenwellplatten sein. Die sind nicht besonders schön aber lassen sich leichter verlegen als Schindeln aller Art und haben aufgrund ihrer Größe weniger Anschlussstellen, wo Undichtigkeiten entstehen könnten. Außerdem gibt es für dieses System auch Dachfenster, die einfach eingefügt werden, weil sie genauso gewellte Anschlussstücke haben.

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Allerdings ist es wieder voll nervig dieses Zeug zu beschaffen. Ich habe zwar ein schönes Prospekt, aber da stehen keine Preise drin. Im Baumarkt gibt es diverse Teile des Systems, aber nicht die Windfedern und die Fenster. Dann hab ich heute versucht die Nummer auf dem Prospekt anzurufen, da geht keiner ran. Der Materialrechner auf der Seite funktioniert auch nicht, bei dem Call-Center-Bildchen steht nur was über das gute Vertriebsnetz aber keine Nummer. Nerv!

Dann habe ich einen Baumarkt angerufen, der Teile führt. Der sagte sie hätten gar nicht alles, was es gibt auf der Liste zur Bestellung auf Bedarf-z.B. die Fenster, aber man könnte das ja mal anfragen. Ansonsten müsste ich so was im Fachhandel für Dachdecker-bedarf anfragen. Gott, ich will doch nur mein Dach decken!

Das Ausrechnen des benötigten Materials gestaltet sich schwierig, aber das werde ich jetzt schleunigst abschließen müssen, um es bestellen zu können.

2 Comments

  1. Du gehst das ziemlich gründlich an, das wird sich bezahlt machen. ISt das eures oder gemietet? Wird ganz schön aufwändig.blöd saß mit dem Asbest, ein Grund warum meine Eltern am Dach des Hauses nichts machen wollen… In gespannt, wie es fertig aussieht. Selbermachen ist immer gut, machen wir auch.

    • sas

      Oktober 3, 2015 at 9:41 am

      Danke Achim. Das ist ein Pachtgrundstück, nicht Eigentum. Es macht natürlich mehr Sinn bei Eientum zu investieren, aber ohne Investition hat das Haus eine Restnutzungsdauer von 5 Jahren bescheinigt bekommen. Es muss also. Das Haus erfährt ja dadurch auch eine Wertsteigerung. Es würde sich bei einer Abgabe im Schätzwert niederschlagen. So würde man die Investition wieder zurückkriegen.

      Wir hatten auch gehofft, dass es nur aussieht wie Asbest, aber dass es keines ist. Das hätte vieles einfacher gemacht. Wenn das Dach nicht so kaputt wäre, hätten wir es auch einfach gelassen.
      Ich habe auch ordentlich Respekt vor der Arbeit. Mal gucken, wie wir das meistern. 🙂

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