Der grauenvolle Gewächshausbau- Letzter Teil

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Nun endlich bringen wir das Gewächshaus zu Ende. Der Teil den wir zuletzt zusammen bauten war die vordere Front. Und es war so anstrengend und nervtötend, dass ich einen ganzen Monat brauchte, um die Kraft wieder zu finden, das gleiche noch mal auf der Rückseite machen zu wollen. Im Vergleich zu den Fronten war alles andere zuvor ein Spaziergang.

Das Mr. Ed-Türchen wartete schon zusamen gebaut im Haus, die untere Tür musste noch zusammen geschraubt werden. Das ist nicht schwer.

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IMG_1287Mit dem Gewächshaus kamen 3 Bahnen Polycarbonat-Platten. Zwei decken die Rundbögen ab, die letzte (2×6 Meter) muss  in der Mitte halbiert werden. Jede Hälfte bietet das Material für eine Frontseite. Aber, jetzt kommt der Clou, man muss sich die Teilstücke selbst abmessen, anzeichnen und ausschneiden.  “Mit einer Schere,” sagt der Lieferant, “das geht ganz leicht!”. Hm, ok.

Das Untere Bild zeigt die Anleitung, wie die Teile abzumessen und zu schneiden sind. Alles in russisch, ich bin froh, dass wir immerhin die selben Zahlen haben. Der Lieferant hat mir wegen meiner dummen Fragen noch schnell hingeschrieben, was welche Seite ist.

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Das Schneiden mit der Schere geht besser als gedacht, aber es braucht viel Kraft und wir mussten uns erst mal eine neue Schere kaufen, mit meiner Büro-Bastel-Schere kommt man nicht weit. Das haben wir bei der Vorderseite schmerzlich gelernt.

Dann kommt der nächste Spaß. Die Dichtungen. Also, dass muss man wirklich loben. Ich habe zuvor noch nie ein Gewächshaus gesehen, dass sich mit Gummidichtungen hervor getan hat. Alle Türen sind mit Lamellen vorgesehen damit es keine Kältebrücken gibt. Sogar zwischen Tür, dem Scharnier und der Seitenwand ist eine Dichtung. Auch diese muss man sich selbst zurecht schneiden. Sie kamen in langen Rollen. Der Lieferant hatte sie mir nachträglich mit der Post geschickt, denn sie waren beim Großhändler nicht verfügbar, als er sein Material dort holte. Dass aber die Dichtungen überhaupt existieren, sagte er mir bis dahin nicht. Wir wunderten uns nur wegen den Zeichnungen in der Anleitung und rätselten, ob das der mitgelieferte Klebestreifen sein soll. Sie kamen aber noch rechtzeitig, weil wir sie erst für die Fronten brauchten.

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Nach dem Zurecht-Schneiden werden die Dichtungen zwischen Stegplatte und Metallschiene gezogen und mit dem fest schrauben festgeklemmt.

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Hier noch mal ein Blick auf die Anleitung, die Auskunft gibt, wie wo welche Dichtung vorgesehen ist. Die Dichtungen sind nicht beschriftet und man kann nur anhand der Form rätseln, welche wohl gemeint sei. Hat aber trotzdem geklappt, kostet nur viel Zeit und Denkleistung.

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Hier mal als kleines Intermezzo eine Sammlung von Produktionsfehlern: Ein zerquetschtes Scharnier, dass falsch in die Mühlen der Produktion geraten ist, eine Schraube ohne Gewinde und eine Schraube ohne ohne Kreuzschlitz, aber immerhin mit Gewinde. Es ist ja nicht alles schlecht :-)!

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Nach dem Zurechtschneiden müssen die Polycarbonat-Platten mit dem Klebestreifen zu geklebt werden, damit kein Schmutz oder Wasser in die Holkammern kommt. Das kriegt man nicht mehr raus und es kondensiert da drin, was die Optik und die Leistung beeinträchtigt. Auch kleine Tierchen würden da gerne rein krabbeln. Da könnte man eine Ameisenfarm in ganz neuen Dimensionen betreiben.

Nach dem ersten Ausschneiden müssen die Stellen mit den Rundungen noch mal angehalten werden, ob es passt. Hier hat die Rundung nicht ganz gestimmt und s musste noch mal geschnippelt werden.

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IMG_1298Unten muss auch noch was ab, damit wir ungestört die Füße einbetonieren können.  Das 4 Kant-Holz das auf den Fotos oben in den Torbogen geklemmt ist, war nötig um das Gestänge wieder in die Richtigen Abstände zu biegen. Durch den Sturmschaden war es verzogen und verbogen.  Es war in der Mitte 2 cm in der Breite zusammen gedrückt, zu dass die Türöffnung nicht mehr stimmte.

Oben in den Rundbogen kommt auch eine Dichtung, sie wird zwischen Metall und Panel festgezogen und hat vorne eine Dichtung, die wie ein U die zurecht geschnittenen Stücke umfasst. Aber diese müssen da erst mal rein kommen. IMG_20170514_1246182Beim ersten Mal Vorne haben wir uns echt einen abgebrochen und sind fast wahnsinnig geworden. Wenn es irgendwo drin war, war es a einer anderen Stelle schon wieder raus gerutscht. Zudem war das Gefriemel und Gepresse enorm kräftezehrend. Es dauerte lange, bis wir eine Technik entwickelten, wie es ganz gut geht. Die Dichtung sprühten wir mit Kriechöl ein, damit sie geschmeidig und gleitfähiger wird. Auch die Rundungen verklebten wir mit Klebestreifen, weil die Dichtung an diversen Unebenheiten und Graten hängen blieb und verkantete. Wir arbeiteten an dieser Außendichtung zu zweit von beiden Seiten. Mit dem flachen Stielende einer Gabel fuhren wir in die Dichtung und bogen sie auf, damit das Panel rein gleiten kann. Und dann immer schön drücken, damit alles da bleibt, wo es soll. Wenn es saß, dann schnell Schraube rein, zum fixieren.

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So, das sitzt! Dann kommen die Schienen, die den Türrahmen verstärken und zwischen diese muss das Scharnier und die Gummidichtung gefummelt werden. Allerdings nicht beides zusammen an eine Stelle, sondern das Scharnier vor das Panel aber hinter die Metallschiene und die Dichtung hinter das Panel, eingefasst durch die Metallschiene, die nach Innen zeigt.

IMG_20170514_1246182Siehe Abbildung hier. Und dann waren wir endlich fertig. Es fehlt natürlich noch das Einbetonieren der Füße, das Zuschaufeln der Gräben und das Verlegen des Pflasters. Die Schutzfolie auf den Innenseiten der Fronten habe ich auch noch nicht angezogen. Es ist so ein schöner Sichtschutz, aber ich werde es wohl noch tun. Gestern waren es 20 Grad mit Sonne, im Gewächshaus waren es 42 Grad mit Türen zu. Heute waren es 18/19 Grad aber regnerisch und bedeckt, im Gewächshaus waren es trotzdem 32 Grad. Für morgen habe ich die Türen gleich mal offen fixiert, weil es sonnig und 24 Grad werden soll, da wirds sonst zu heiß. Mir fehlt jetzt noch ein automatischer Fensteröffner 🙂

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6 Comments

  1. Birgid Hartmann

    Mai 17, 2017 at 6:11 pm

    Jetzt , wo das große Chaos beendet ist, sieht das Gewächshaus echt professionell aus. Das habt Ihr super gemacht. Jetzt hoffe ich, dass auch alles so gut wächst darin, wie Ihr Euch das vorstellt.

    • sas

      Mai 18, 2017 at 7:51 am

      Hallo Birgid, dankeschön! Ich bin auch heilfroh! Jetzt muss ich echt schnell die Füßchen betonieren, damit ich zumachen kann und die Pflanzen rein setzte n kann, die stehen jetzt noch in Töpfen. Ich kann nicht in der Erde buddeln oder gießen, so lange das noch so ist, weil mir sonst der Graben einbricht. Wir haben jetzt übrigens in der Küche den Herd angeschlossen und konnten uns das erste Mal essen warm machen. Allerdings rattert der Stromzähler so laut, wenn er Backofen an ist oder schon nur 1 große Platte, dass man sich wie ein Umweltsünder fühlt. Da gewinnt der Ausdruck bewusst kochen und essen eine ganz neue Bedeutung.

  2. Ich bin echt beeindruckt, dass mein Bruder sogar russische Bauanleitungen befolgen kann. 😉 Ich glaub, ich hätte alles wieder eingepackt und zurückgeschickt oder weiterverkauft. Toll, euer Durchhaltevermögen!

    • sas

      Mai 22, 2017 at 10:03 pm

      Hey Sandra, wie schön, von dir zu lesen! Dein Bruder hat den längsten Atem von allen Menschen, die ich kenne:-) Und er macht auch alles, was er sich vornimmt. Ich bin da von gar nichts mehr überrascht:-) Ohne ihn hätte ich es erst zu Wintereinbruch fertig bekommen:-) Ich schätze mich glücklich, sowas nicht allein machen zu müssen. Danke für deine Anerkennung:D
      lg

  3. Oh mein Gott! Was für eine Leistung! Ich hätte wahrscheinlich nach der Hälfte heulend aufgegeben! Ich hätte ja auch sehr gerne ein Gewächshaus… …ml sehen, ob ich genug Nerven für den Zusammenbau habe! Viel Spaß beim Bepflanzen und liebe Grüße!

    • sas

      Mai 22, 2017 at 10:19 pm

      Hey Hauptstadtgärtnerin,
      die Gewächshäuser die es im regulären deutschen Handel gibt sind nicht so schwer aufzubauen. Ich hatte mir alle möglichen Modelle angesehen. Die Größe, die ich wollte war aber drei mal so teuer, wie das, für das ich mich dann entschlossen hab. Ich hab schon geunkt, dass sowas wie unseres auf dem deutschen Markt kein Kassenschlager wird, egal wie gut es am Ende ist, weil es die meisten Menschen hier als Zumutung empfänden, so lange dran zu arbeiten. Der Standard ist einfach ein Anderer.
      Es gibt eines, dass ganz ohne Schrauben auskommt, es wird nur zusammen gesteckt und die Platten eingeschoben. Schau mal bei Achims Gartenblog Im Sidebar rechts. Ist aber auch recht teuer.

      lg

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