Die Notwendigkeit eine Weges ergibt sich immer da, wo ein Trampelpfad ensteht. Ich trample einen Pfad von der großen Wiese vorbei am Moorbeet, Richtung Gewächshaus und weiter nach hinten zur Wassertonne  und zum Kompost. Denn dieser Weg ist direkter und weniger behindernd als der Hauptweg des Garten, der links und rechts von Pflanzen gsäumt ist und sich eng am Haus vorbei schlängelt. Mit Wassereimern oder Schubkarre nehme ich immer lieber den Trampelpfad.

Aber Trampelpfade verdichten die Erde, walzen allen Bewuchs nieder und sehen am Ende nur noch ungepflegt und hässlich aus. Deshalb habe ich mir was bezüglich Weg einfallen lassen und schließlich kann man einen Weg immer als gestalterisches Element im Garten einsetzen.

Ich mag gIMG_0576epflasterte Wege aus kleinteiligerem Steinmterial am liebsten. Ziegel benutze ich dabei am liebsten, weil sie so dick und robust sind, dass man sie ohne Bett verlegen kann und sie nicht brechen. Sie machen beim Verlegen wenig Arbeit und man kann nicht viel falsch machen. Weil sie so klein sind, sind sie leicht zu handhaben und es fällt kaum auf, wenn der Untergrund bei einem Stein nicht ganz eben ist. Das unbeholfene Verlegen des Nicht-Profis passt zum Look des Materials und sieht gewollt aus. Wenn sie dann liegen, bestechen sie durch Langlebigkeit und ihren Charme beim Altern. Ich mag es, wenn sie Moos ansetzten und  wenn in den Ritzen ein wenig grün wächst. In Einer KGA ist das auch so ein Aspekt, denn man so Flächen nicht versiegeln. Das gilt auch für den Wegebau. Man darf laut unserer Ordnung nur noch Platten verlegen. Das Gießen von Wegen in Beton ist verboten.

Ich möchte natürlich gebraucht Steine, mit abgeslitterten Kanten und abgebrochenen Ecken, die Geschichte ausstrahlen. Das gefällt mir einfach. Die ersten Steine habe ich auf den Grundstück zusammengesucht, sie stammen vom Abriss eines Schuppens, einen Teil habe ich von einem Abrisshaus direkt aus den Trümmern geklaubt- die Besitzerin hatte annonciert, sie verschenke. Einen weiteren Teil habe ich aus umstehenden Baukontainern auf dem Weg zum Bäcker gefischt, wird ja überall modernisiert. Und da das mehr zufälig war hatte ich parallel ebenfalls über eine Annonce 70 Steine à 75 Cent mit Transport bestellt. Der Mann kam mit meinen läppischen 70 Steinen den Weg aus Polen.

Aber davon hatte er vorher nichts durchblicken lassen. Ob sich das für ihn gelohnt hat? Kann ich mir nicht vorstellen. So kam ich also zu einem schönen Sortiment aus ganz verschiedenen Ziegelsteinen in hellrot, dunkelrot, gelb und Einige mit Brandspuren. Daraus lässt sich ein wunderschönes Mosaik legen.

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Mit den gelieferten Steinen konnte ich den Weg, der auf den Bildern hier nur aus den selbstbeschafften Steinen besteht zu Ende legen. Vor dem richtigen Verlegen, lege ich die Steine wie ein Mosaik zusammen, um die richtige Form des Weges, die richtigen Größen und die wirkungsvollste Farbkombination zu finden. Das macht am meisten Spass, weil man schnell schöne Ergebnisse sieht. Wenn das passt, wird das so verlegt. Damit bin ich zur Zeit noch beschäftigt und ich werde für alle Wegteile noch zwei Arbeitseinsätze brauchen.

Wie man auf dem Bild ganz oben sieht habe ich zuvor noch das Verlegen der Rasenkannte abgeschlossen, die war mir ja ausgegangen. Dummerweise habe ich eine breitere als zuvor bestellt. Wäre an sich nicht so schlimm, aber ich komme teilweise nicht trief genug in den Boden, um sie so tief zu versenken, weil da die Wacholder standen und nicht überall der Stubben gefräst wurde. Naja. Einen Vorteil hat es, die Kante hält den Mulch schön an Ort und stelle und der soll ja nicht zu dünn liegen.

Der Weg ist so konzipiert, dass der Rasen von der offenen Seite in die Fugen wächst, so dass beide Bereiche sanft in einander übergehen. Der Weg ist nahezu auf Ebene des Rasens verlegt, so dass ich mit dem Rasenmäher drüber fahren kann. Aber er ist leicht erhöht, damit das Regenwasser dort abfließt.

Nächsten Samstag kriege ich 250 kg Kies mit der Körnung 16-32 mm geliefert. Damit will ich zwischen Hasel/Rasen/Moorbeet ein Kiesrondell einrichten, an dass sich Richtung Haus und entlag des Gewächshauses Kiesbeete anschließen. Das erste Mal habe ich Kies in der Gartengestaltung bei der Kochsendung Jamie at home gesehen, wo Jamie Oliver durch seinen riesigen, ungemein brittischen Küchengarten wandelt. Der Kühchengarten am Haus bestand aus niedrigen Hochbeeten die von sehr breiten Kieswegen flankiert werden. Wen’s interressiert:

Das hat aber nichts mit einen Kiesgarten als solches zu tun. Vor ein paar Monaten stolperte ich auf der Suche nach lohnenswerten Gartenbüchern über ein Buch namens ” Ein Wunsch wird Garten”.  Ein sehr inspierendes Buch für mich, in dem es viel um Kiesgartengestaltung geht. Die Autorin hatte ein großes Kiesrondell als Wegkreuzung  zur Gestaltung genutzt mit einer alten Steinsäule im Zentrum, mit ein paar grünen, wucherndern Bodendeckerinseln und hohen Pflanzen wie Bäume, Rosen, Stauden, die es umringen.

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Quelle: impressionen97.rssing.com Foto vom Bergle Garten aus dem Buch “Ein wunsch wird Garten”

Das fand ich sehr schön und überdies ist es eine ansehnliche, pflegeleichte Art eine vielbegangene Problemfläche, um die ich mich nicht ständig kümmern möchte, in etwas Schönes umzuwandeln. Mein Rondell wird aber viel kleiner, der Durchmesser beträgt 2 Meter. So sieht der Plan für mein Kiesrondell aus:

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Damit durch den Kies das Unkraut nicht sprießt, das da noch im Boden lauert oder dessen Samen angeweht werden, kommt unter die Kieseldecke ein Unkrautvließ. Mit dem Unterboden Gewebe, dass ich unter meinem Rindenmulchweg verlegt habe, habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Es erfüllt nicht seine Funktion. Der Girsch und der Ackrschachtelhalm wachsen hindurch. Das liegt wahrscheinlich an der Textur. Das Gewebe ist, wie der Name sagt, aus schwarzen Kunststoffbändern gewoben, die sind beweglich oder lassen wohl  Licht durch.

Gute Erfahrung habe ich dagegen mit einem Kompostvlies gemacht. Da kommt nichts durch aber es ist wasserdurchlässig. Ich habe sie bereits im Gewächshaus verlegt und unter der Zuchini.

An den Rändern des Rondells wachsen die Pflanzen etwas hinein, wenn sie Polster bilden. Auf der linken Seite bleibt der Boden unverändert, es werden keine Pflanzen für einen Kiesgarten gesetzt aufgrund des Bestands an Pflanzen (Flieder, Mahonien, Hasel) und weil es dort halbschattig ist. Die Pflanzen, die ich dort sehe wollen normlen bis humosen Boden.  Die Gehölze bilden einen grünen bis dunklen Hintergrund, vor dem die weißen Iris und Lilien wie kleine Laternen leuchten können. Um den Fuß der Lilien zu beschatten und als Bodendecker in diesem Bereich ohne Unkrautvließ werde ich braunen Storchenschnabel pflanzen. Er blüht tief burgund, fast schokoladig braun. Er bezieht sich schön auf die rosafarbenen Anteile in der Trompetenlilienblüte und findet sich wieder in der Zweifarbigkeit der asiatischen Lilie.

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Asiatische Lilie “Patricias Pride”

Richtung Haus wird ein richtiges Kiesbeet angelegt. D.h., dass ich nicht nur Kies drauf schütte, sonder die Erde aufarbeiten muss. Sie muss ärmer werden, mit hohem Splitt-/Schotteranteil. Ich sammle schon meine ganzen abgeschlagenen Putzreste von den Ziegelsteinen. Den Rest werde ich dazu kaufen. Hier werde ich aber wieder Folie verlegen, in die die Pflanzen wie kleine Inseln eingesetzt werden. Die Bepflanzung soll nicht deckend sein.

Den restlichen Kies werde ich auf der anderen Seite des Hauptweges am Haus unterbringen. Dort werde ich zur zur besseren Drainage die Erde entfernen und mit dem Kies auffüllen. Dort wachsen nur ein Wein und ein paar Stockrosen an der hinteren Hausecke. Wenn das Haus gemacht ist, wann immer das erreicht sein wird, werde ich ein Spalier anbringen und den Wein über die Wand ziehen.