Richtfest beim Dachbau

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Wir bauen auf und reißen nieder, ham wa Arbeit immer wieder! Wir reißen immer noch ab, aber da, wo schon alles weggerissen wurde, bauen wir schon auf.

So sieht es aktuell aus:

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Und alles was dazwischen war kommt jetzt: Wegen der Verletzung unseres Helfers bei der letzten Aktion, haben wir uns nicht mehr getraut jemanden zu fragen, ob er uns bei dieser offensichtlich gefährlichen Arbeit helfen mag. Deshalb haben wir seitdem allein gearbeitet. Mein Mann widmete sich dem Abriss, ich widmete mich dem Aufräumen der Dachpappenabfälle und der Holzabfälle.

Die Holzabfälle stapele ich tetrismäßig auf der Terrasse. Es sind jetzt an die 6 Kubikmeter. Um das Haus stapeln sich die Säcke.

Zuletzt wurden die Verkleidungen an den Giebelwänden abgerissen. Wie auch schon an den Längsseiten hatten sich überall Insekten eine Heimstatt gebaut. Glücklicherweise waren alle verlassen als sie mit dem Brecheisen das Tageslicht erblickten.

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Ein Bienennest, 20 cm Breit und 50 cm lang. Danach war das Haus “oben ohne”. Sah irgendwie merkwürdig aus. Viel kleiner.

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Übrig blieben vorerst die Giebelbalken und die Deckenbalken im Vorraum. Über diese luftige Konstruktion musste nach jedem Arbeitstag wieder die Folie gezogen werden. Das wurde dadurch immer schwieriger, weil es kaum noch Stellen zum befestigen gab und weil der Wind überall schön drunter kann und die Folie wie ein Segel aufbläst. Das Zu- und Aufdecken der Folie ist mordsmäßig aufwändig. Die Arbeiten haben uns auch eine neue Leiter kaufen lassen. Sie hat Scharniere und lässt sich so multifunktional zurecht stellen.

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Beim folgenden Arbeitseinsatz wurden die Deckenbalken im Vorbau entfernt.

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Wir hatten Zweifel, dass wir die Dachbalken ohne Hilfe aufs Dach kriegen würden. Wäre das so, könnten wir erst mal nicht weiter machen. Und deshalb machten wir die Probe aufs Exempel. Wir wagten uns an den First, denn dass ist der schwerste aller Balken und wenn den heben könnten, würden wir auch den Rest allein schaffen. Der Balken ist über 6 Meter lang, 16 cm hoch und 6-8 cm, breit, das weiß gerade nicht so genau.

Wir haben ihn bis zum Schuppendach auf die Rückseite getragen und ihn auf das Schuppendach gehoben. Von da hat mein Mann ihn stückchenweise die Dachschräge hinauf befördert. Dann wurde eine Auflagefläche in der Giebelwand geschaffen und die Spitzen der verbliebenen Giebelbalken wurden so abgesägt, dass  der Balken dort nicht seiner Wasserwaage gestört wird.

Danach haben wir die erste Fußpfette auf die alte Pfette aufgesetzt und mit den 20 cm langen Spannschrauben gesichert. Dieser Balken ist 10×10 cm.

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Die vordere Fußpfette steht weit über, um eine Überdachung über den Vorsprung zwischen Hauptgebäude und Vorbau entstehen zu lassen. Dieser Balken soll durch einen Senkrechten gestützt werden, der durch einen einbetonierbaren Pfostenträger fixiert wird. Einbetonieren können wir aber erst später machen, damit alles passt. Und so lange wird die Pfette durch diesen Stützpfeiler gehalten.

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Auf dem oberen Bild mit Strohhut sieht man, wie wir die Dachbalken auflegen, um auszumessen,  wie und wo die Dachbalken eingesägt werden müssen, um eine Auflagefläche zu schaffen. Dann wurde gezeichnet und gesägt. Dummerweise war Samstag und in einer KGA herrschen praxisferne Ruhezeiten, die Einen in den Wahnsinn treiben können, wenn man etwas fertig kriegen muss. Diese gelten übrigens nur für die selbst werkendeln Privatpersonen. Eine Firma dürfte Krach machen bis an die Grenzen der gesetzlichen Ruhezeiten. Vielleicht ist das auch nur ein Plan zur Wirtschaftsförderung, damit man es nicht selbst macht.

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Naja, hat jedenfalls nicht geklappt. Die Balken wurden gesägt, aber außerhalb der KGA. Auf dem Foto oben sieht man wie die Abstände zwischen den Balken ausgemessen werden. Einer macht das oben und der Andere unten. Die Balken werden ebenfalls mit den 20 cm Schauben fest gezogen. An diesem Tag  haben wir nur noch das fest schrauben oben geschafft, dann wieder das ganze Folien-Einpack-Prozedere.

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Nächster Arbeitstag: Folie wieder runter  und OSB-Platten rauf. Die Platten sind 2,50 lang und 1,25 breit. Die guten Spax-Schrauben ( Buh! Schleichwerbung) sparen das vorbohren.

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So sieht es von innen aus. Von der Seite sieht man, der Raumgewinn ist enorm. Auf der hinteren Hälfte unter dem ehemaligen Spitzdach wird ein Schlafboden entstehen.

Das Haus ist nicht ganz gerade, deshalb haben die Platten an der vorderen Kante immer etwas Versatz.

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Zwischen Fußpfette und Wand/ früherer Fußpfette ist eine Wassersperrschicht aus Dachpappe. Ausreichend Überstand hält die Wand trocken.

Hach, und dann wieder ewig einpacken.

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6 Comments

  1. Birgid Hartmann

    Mai 13, 2016 at 6:45 am

    Wahnsinn!!!………………..aber schön wirds.

  2. Das ist mehr als eine starke Leistung, es ist mehr als eine super Arbeit, es ist einfach ein Wunder!!!
    Dass zwei junge Leute, die keineswegs vom Baufach sind, so etwas fertig bringen.
    Da sieht man sehr gut, wie es so schön heißt:” Wo ein Wille ist auch ein Weg”!
    Ich bin da sehr hin und her gerissen, denn schon beim notwenigen Werkzeug könnte ich Euch so sehr helfen. Bei mir jetzt alles nur so herum und niemand hat Lust die Geräte zu verwenden.
    Ich bin stolz auf Euch! Macht weiter so dann werdet Ihr viel Freude damit haben!!!
    In der Hoffnung dass es Euch nicht auch so geht wie mir, unsere Hütten haben für die Jungen keinen Wert mehr, es ist da oben sehr ruhig geworden. Die Fenster sind geschlossen, die Türen verriegelt, der Rasen wird nicht mehr gemäht und die Hecken wachsen in den Himmel. Es ist einfach nur traurig?
    Euch wünsche ich so etwas nicht, sondern nur Freude, Glück und gute Laune!!

    • sas

      Mai 16, 2016 at 11:37 am

      Danke ihr Beiden, ich freue mich außerordentlich über euren Kommentar. Ich habe euch ausführlich per Mail geantwortet.
      lg

  3. Hallo Ihr beiden,
    es freut mich zu sehen, wie es voran geht. Ganz schön mutig von Euch, das alles allein zu machen. Was für eine Plackerei! Aber ihr habt recht, es sieht viel geräumiger und schöner aus als vorher. Solange es um die reine Gartenarbeit geht, bin ich ja auch unternehmungslustig (gewesen), aber an eine solche Arbeit hätte ich mich nie getraut. Ich bin gespannt, wie es weiter geht und wünsche Euch dazu alles Gute, keine Unfälle mehr, trockenes Wetter und viel Schaffenskraft.

    • sas

      Mai 16, 2016 at 10:46 am

      Danke für deine lieben Worte. T. sagt immer, das ist alles keine Zauberei (also das, was Fachleute so machen). Der Unterschied liegt, dass sie einfach die Übung darin haben und das macht einiges. Es braucht bei uns deshalb alles so viel Zeit, allein das ganze lesen, wie man so was baut, das beschaffen der Sachen usw. Zeit ist Geld und Geld ist Zeit. Meine Zeit ist jedenfalls deutlich weniger Wert als die eines Handwerkers. Am Ende werden wir es für 1/4 bis 1/3 des Geldes des günstigsten Kostenvoranschlages machen und da war ja nicht die Reden von der Erneuerung des Dachstuhls.
      Allein hätte ich mich vielleicht auch nicht getraut, aber zu zweit ist man mehr als die Summe der Einzelnen:-)

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